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4. Deutscher Geotechnik-Konvent zum Thema „Zeitgemäßes Bauen"

Prof. Richard Herrmann von der Uni Siegen berichtete über eine eigentlich unmögliche Sanierung des Baugrunds unter einer Kirche. (Quelle: Uretek) Prof. Richard Herrmann von der Uni Siegen berichtete über eine eigentlich unmögliche Sanierung des Baugrunds unter einer Kirche. (Quelle: Uretek)

 

Am 01.-02.03.2018 hatte Uretek zum 4. Deutschen Geotechnik-Konvent für Bauexperten aus ganz Deutschland ins Welterbe Zollverein in Essen eingeladen. Das zeitgemäße Bauen auf unterschiedlichen Baugründen stand diesmal im Mittelpunkt. Topreferenten berichteten über ihre Vorstellungen von zeitgemäßer Architektur und Materialeffizienz, über den Umgang mit schwierigem Baugrund sowie die Herausforderungen bei Großprojekten.


„Spannende Vorträge zu interdisziplinären Themen sorgten sowohl für Blicke über den Tellerrand des Ingenieurs als auch für Praxisnähe“ umschrieb ein Teilnehmer die wiederum gut besuchte Veranstaltung. Das stieß auch bei den anderen Teilnehmern neben der ausgefallenen Location und den perfekten Networkingmöglichkeiten auf große Zustimmung.

Eröffnet wurde der beliebte Branchentreff durch Dipl.-Ing. Thorsten Schulze von der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen GmbH in Kiel. Er zeigte anhand aktueller Zahlen zur Wohnraumsituation in Deutschland die Möglichkeit für Baukostensenkungen auf. So ließen sich durch serielles Bauen und Planen mehr als 15 % der Baukosten sparen. Er erläuterte außerdem in einem geschichtlichen Abriss die Entwicklung der Vorstellungen von zeitgemäßem Bauen und wagte einen Ausblick in die Zukunft.

Dr.-Ing. Peter Grubert von der Gesellschaft für Grundbau und Umwelttechnik mbH in Braunschweig stellte Gründungskonstruktionen für das Bauen auf schlechtem Baugrund vor. Es dürfe keinesfalls zu schnell gebaut werden und dabei zuerst müsse die Geologie des zukünftigen Baugrunds erkundet werden. Schlechter Baugrund sei aber geotechnisch durchaus beherrschbar, so Grubert.

Das Bauen auf Sand stand im Fokus des Vortrags von Prof. Paul Kahlfeldt aus Berlin. Er gilt als Vertreter der klassischen Bauweise und verwendet für seine Entwürfe teilweise Säulen und Eingangsportale. Eine Spezialität ist die Revitalisierung und Umnutzung von Industriegebäuden, die er anhand einiger Beispiele von Vattenfall-Gebäuden eindrücklich aufzeigte.

Dass man auch Großprojekte weitgehend problemlos durchführen kann, wurde durch den Neubau eines Flughafenterminals in Frankfurt deutlich. Dr. Achim Jaup, verantwortlich für den Spezialtiefbau bei der zurzeit größten deutschen Baustelle (gemessen am ausgeschriebenen Bauvolumen) entführte die Teilnehmer in die beeindruckenden Dimensionen dieses Bauprojekts. Die bisher größte Herausforderung sei die grundwasserschonende Erstellung der bis zu 18 m tiefen Baugrube gewesen, deren Höhenversprünge durch Spundwände abgesichert wurden.

Mit Prof. Richard Herrmann von der Universität Siegen stand auch ein prominentes Gesicht aus der Geotechnik auf dem Podium. Sein Vortrag handelte von der Sanierung eines Kirchengebäudes mit schweren Setzungserscheinungen, das eigentlich als nicht sanierbar galt. Ausgelaugte Gipskeuperschichten ließen am Ende nur Injektionen eines zweikomponentigen Expansionsharzes zu. Herrmann erläuterte auch die umfangreichen Kontrollprüfungen, bei denen ein neuartiges Geomess-System zum Einsatz kam.

Dr. Thorsten Klaus von der durch den bekannten Bauingenieur und Architekten Werner Sobek gegründeten AH Aktivhaus GmbH aus Stuttgart führte die Teilnehmer anschließend in die Welt des Smart Home. Klaus stellte ein unter dem Aspekt der Energie- und Materialeffizienz konzipiertes Modellhaus (B 10) vor. Die durch Photovoltaik erzeugte Energie reiche sogar noch für die Versorgung von Nachbargebäuden aus.

Ein erfrischender Impulsvortrag von dem Zeitexperten Jonas Geissler beendete das Vortragsprogramm des Geotechnik-Konvents. Er forderte mehr Zeitsouveränität und mehr zeitliche Selbstbestimmung und empfahl das Ziehen und Einhalten von Grenzen und die Konzentration bei der Kommunikation.

Beim abendlichen get-together vertieften die Teilnehmer die Kontakte untereinander, bevor der Konvent mit zwei spannenden Exkursionen in Essen und Gelsenkirchen am nächsten Tag endete.

Quelle: Uretek Deutschland GmbH

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