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AMAP: Netzwerk in Reinkultur - Das Ende der Eisenzeit?

Das Ende der Eisenzeit will das Aachener Geburtstagskind zwar nicht einläuten, doch es erforscht seit drei Jahren Alternativen mit Nicht-Eisen-(NE)-Metallen wie Aluminium. Die Rede ist vom Open-Innovation-Forschungscluster AMAP, das in Aachen stilgerecht bei einem Partner der ersten Stunde seinen dritten Geburtstag feierte.

Titelbild: Netzwerken in Reinkultur: Auf „open-minded teamwork“ setzen (v.l.n.r.) Dr. Rolf Weber (AMAP), M. Eng. Michael Whitens (Ford Motor Company), Prof. Dr. Pim van der Jagt und Dr. Jürgen Wesemann (beide Ford Research & Advanced Engineering), Dr. Klaus Vieregge (HYDRO Aluminium Rolled Products), Prof. Dr. Dr. h.c. Bernd Friedrich (Institut für Metallurgische Prozesstechnik und Metallrecycling IME, RWTH Aachen) und Dr. Peter von den Brincken (AMAP).

Das Ambiente hätte nicht perfekter sein können: Rund 120 Fachleute aus der Industrie und der RWTH Aachen University sowie Anwender trafen sich im Januar im „Ford Research and Innovation Center Aachen“, um den dritten Geburtstag mit einem ambitioniert angelegten Symposium zu begehen. Anhand von repräsentativen, projektbezogenen Beispielen wurden AMAP-spezifische Lösungen und Kompetenzen in Forschungsfragen dargestellt. Darüber hinaus berichteten Experten aus den Unternehmen und Professoren der RWTH über Zukunftsthemen und stellten  Zukunftsprojekte des Forschungsclusters AMAP vor. Ford ist dabei nicht nur AMAP-Partner, sondern mit seinem Pick-up-Truck Ford F-150 – dem meistverkauften Fahrzeug in den USA – auch Vorreiter in der erstmaligen Großserien-Anwendung von Vollaluminium-Karosserien. Beim Ausbau des Aluminiumeinsatzes im Fahrzeugbau setzt Mike Whitens (Ford Research & Advanced Engineering) auf die verstärkte Zusammenarbeit innerhalb des AMAP-Netzwerks. Der „Director Vehicle and Enterprise Sciences“ ist sich nämlich sicher, dass beim Aluminium die gleiche Entwicklung ansteht wie beim Stahl mit seinen neuen ultra-hochfesten Sorten. „Niemand findet hier allein die Antworten“, sagte Whitens. „Ich hoffe bei der Arbeit in AMAP-Projekten nun auch auf die Mitwirkung von anderen Automobilherstellern.“

Prof. Dr. Rudolf Mathar (Prorektor für Forschung und Struktur der RWTH Aachen University) lobte die Arbeit des Netzwerkes und die Tatsache, dass es die Campus-Idee vor vielen  Jahren aufgegriffen und in die Tat umgesetzt hat. „Ich hoffe nun darauf, dass AMAP auch auf das Campus-Gelände  der RWTH Aachen umzieht“, sagte der Prorektor. „AMAP ist für mich ein Modell mit Vorbildcharakter für unser Campus-Projekt.“

Diese Botschaften sind ganz im Sinne des AMAP-Beiratsvorsitzenden Dr. Klaus Vieregge, der aber gleichzeitig betonte, dass es bei der Arbeit in dem Forschungscluster nicht nur um Aluminium geht, sondern dass es offen ist für alle Werkstoffe auf den Gebieten der Nicht-Eisen-Metallerzeugung, der Weiterverarbeitung und der Herstellung von Produkten aus NE-Metallen. Als treibenden Faktor bezeichnete der Leiter der HYDRO Aluminium-Forschung in Bonn die besondere Form der offenen Innovation, „die zugleich eine Chance und ein Risiko“ sei. Im Mittelpunkt stehe die vorwettbewerbliche Erforschung der NE-Metalle unter dem ganzheitlichen Aspekt „vom Einsatzmaterial zum Bauteil“, die aber einen langfristigen, geduldigen Atem benötige.

Eine wichtige Rolle bei der AMAP-Gründung spielte Prof. Dr. Dr. h.c. Bernd Friedrich (Institut für Metallurgische Prozesstechnik und Metallrecycling IME, RWTH Aachen), der damals als aec-Vorsitzender die Struktur des AMAP-Clusters definiert und mit umgesetzt hat. Heute ist Prof. Friedrich Cluster-Sprecher der AMAP-angeschlossenen RWTH-Institute.

Preisgekrönte Pioniere (v.l.n.r.): Die Professoren Wolfgang Schneider und Günter Gottstein erhielten in Aachen die AMAP-Awards für jahrelange, geduldige Pionierarbeit.

Preisgekrönte Pioniere (v.l.n.r.): Die Professoren Wolfgang Schneider und Günter Gottstein erhielten in Aachen die AMAP-Awards für jahrelange, geduldige Pionierarbeit.

Die Idee zur gemeinsamen industrie- und institutsübergreifenden Forschung an einem Ort hatte vor rund sieben Jahren Prof. Dr. Wolfgang Schneider, der ehemalige Leiter der HYDRO Aluminium-Forschung in Bonn. Im mittlerweile emeritierten Professor Dr. Günter Gottstein (Institut für Metallkunde und Metallphysik, RWTH Aachen) fand sich ein engagierter Mitstreiter. Für den evolutionären Gedanken und die Umsetzung durch jahrelange unermüdliche Motivation der Industrie und Forschung erhielten die beiden Wissenschaftler in einer feierlichen Zeremonie die neuen AMAP-Awards. Begründung von Laudator Professor Dr. Andreas Bührig-Polaczek (Gießerei-Institut, RWTH Aachen): „Dieser Award steht auch für ihr Vertrauen in eine innovative und zugleich traditionsbewusste Industrie, bei der anfangs nicht klar war, ob sie überhaupt die Courage zu dieser neuen Form der Kooperation besitzt.“ Die Branche hatte die Courage. Gerne erinnerte sich der AMAP-Mitstreiter daher auch an die ersten offenen Gespräche in kleinen Gruppen, die schließlich zu dieser neuen Form der aufgeschlossenen Teamarbeit zwischen Firmen und Instituten geführt hat.

 

Über AMAP GmbH, Aachen

Das Open-Innovation-Forschungscluster „AMAP“ steht für Advanced Metals and Processes. Die 2012 gegründete AMAP GmbH ist eine Tochter des gemeinnützigen eingetragenen Vereins Aluminium Engineering Center e.V. (aec), dem die Leiter von zehn Instituten der RWTH Aachen angehören. In dem Cluster erforschen zur Zeit 26 Ingenieure und 27 Senior-Experten aus zehn Industrieunternehmen und sechs Universitäts-Instituten der RWTH Aachen die Herstellung und Verarbeitung von Nicht-Eisen (NE)-Metallen, wobei anfangs Werkstoffe auf Aluminiumbasis im Mittelpunkt standen. AMAP-Partner: ALERIS Rolled Products Germany GmbH (Koblenz), CONSTELLIUM Technology Center (Voreppe, Frankreich), FORD Forschungszentrum Aachen, HYDRO Aluminium Rolled Products GmbH (Bonn), MAGMA GmbH (Aachen), MUBEA Muhr und Bender KG (Attendorn), NEMAK Europe GmbH (Frankfurt/Main), NOVELIS Deutschland GmbH (Göttingen), SMS Group (Düsseldorf), TRIMET Aluminium SE (Essen) und vier RWTH-Aachen-Einrichtungen (Gießerei-Institut GI, Institut für Bildsame Formgebung IBF, Institut für Metallurgische Prozesstechnik und Metallrecycling IME, Institut für Metallkunde und Metallphysik IMM).

 

Source: AMAP

 

 

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