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Branche diskutiert über Zukunft der Befestigungstechnik

Hochkarätige Besetzung beim 8. Fischer Expertenforum: Rund 100 Entscheider, Planer, Ingenieure und Architekten kamen zu der Veranstaltung der Unternehmensgruppe fischer an den Hauptsitz nach Tumlingen. 14 Jahre nach seiner Einführung ist der Branchentreff noch immer ein starker Besuchermagnet. Namhafte Referenten sprachen über neueste Erkenntnisse zu Leistungsmerkmalen, Montagemethoden und Anwendungen von Befestigungssystemen. Weitere Themenschwerpunkte waren Lifecycle Management, ökologisches Bauen und die novellierte Bauordnung.


Aus Kommunikation entsteht Innovation, ist die Unternehmensgruppe Fischer überzeugt. Der persönliche und fachliche Austausch zur gegenseitigen Inspiration ist auch Sinn und Zweck des Expertenforums. Bereits vor 14 Jahren war dies der wesentliche Grund dafür, die Fachtagung ins Leben zu rufen. Zum Auftakt des 8. fischer Expertenforums am 18. und 19. Januar übernahm Prof. Konrad Bergmeister, Universität für Bodenkultur in Wien, traditionell die Einführung ins Thema und moderierte durch die Veranstaltung. „Zukunft können wir nur mit Innovation gestalten – fischer macht dies beispielshaft! Das Bauen müssen wir mit innovativen Baustoffen und Baumethoden revolutionieren", appellierte dieser an die Gäste. Daraufhin übergab Prof. Bergmeister das Wort an Dipl.-Ing. Dr. techn. Benjamin Kromoser – ebenfalls Universität für Bodenkultur in Wien. Dieser präsentierte innovative Bauverfahren, darunter das neue Betonschalenbauverfahren „Pneumatic Forming of Hardened Concrete (PFHC)". Dabei ergründet Dr. Kromoser eine Methode, mit der sich tragfähige Kuppelbauten aus Beton mithilfe von Pneumatik formen und errichten lassen – als Alternative zu teuren und aufwändigen Schalungen. Mit einem Luftkissen und Spannkabeln wird hierzu eine ebene, vollkommen ausgehärtete Betonplatte zu einer zweifach gekrümmten Schale „aufgeblasen". Für die Errichtung einer Brücke über die Koralmbahn im österreichischen Kärnten konnte das Verfahren bereits erfolgreich angewendet und eine 560 Tonnen schwere Betonplatte mit einem Luftdruck von nur 28 bis 30 Millibar angehoben und wie geplant verformt werden.    

Im Anschluss referierte Dr.-Ing. Lothar Höher, geschäftsführender Gesellschafter des Instituts für Fassaden- und Befestigungstechnik (IFBT GmbH), zur Ringspaltverfüllung von großen Löchern und Langlöchern im Anbauteil mit Injektionsmörtel. Dies ermögliche die spielfreie Lastweiterleitung nach der Feinjustierung – zum Beispiel in Konsolen zur Verbindung von Fassadenunterkonstruktionen.

Über das Lifecycle Management sprach anschließend Prof. Dr.-Ing. Jan Hofmann von der Universität Stuttgart. Anhand konkreter Erkenntnisse präsentierte dieser, wie durch diesen systematischen Ansatz der Lebenszyklus von Produkten von der Entwicklung bis hin zum Recycling effizient gestaltet werden kann. Daraufhin konkretisierte Sebastian Schilling, Forschung und Entwicklung bei der Unternehmensgruppe fischer, die Vorteile des Lifecycle Managements am Beispiel der Metalle. Einen Vergleich der Leistung von Verbundankern, Betonschrauben und Bolzenankern zog Dipl.-Ing. Günter Seibold, Leiter der Anwendungstechnik der fischer Deutschland Vertriebs GmbH. Über Injektionsmörtel im Mauerwerk und wie deren Tragfähigkeit durch Versuche am Bauwerk bestimmt werden kann, referierte Dipl.-Ing. Andreas Kummerow, Deutsches Institut für Bautechnik (DIBt).

Ganz neue Denkanstöße ohne die „Branchenbrille“ kamen von Dr. Franz Alt. Der Journalist, Fernsehmoderator und Buchautor wurde bereits mit dem Grimme-Preis, der Goldenen Kamera, einem BAMBI und vielen weiteren Auszeichnungen geehrt. Er referierte zu dem Thema „Auf die Zukunft bauen – planen, sanieren, wohnen im 21. Jahrhundert“. Dabei hielt er ein Plädoyer für das ökologische Bauen und stellte dar, wie sich durch Solarzellen und weitere erneuerbare Energiequellen der Energieverbrauch drastisch reduzieren lasse.

Nach einer Begrüßung von Johannes Konrad, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing bei Fischer, eröffnete Dr. Christian Schlenk, Entwicklung Chemie bei Fischer, den zweiten Tag mit dem Thema „Staubarmes Bohren für sichere Verankerungen“. Der Referent veranschaulichte, wie positiv sich die staubfreie Montage – zum Beispiel durch Hohlbohrer – auf die Leistungsfähigkeit, Anwendungsfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit der Verankerung sowie Gesundheit der Verarbeiter auswirkt.

Daraufhin präsentierten Dr.-Ing. Gerhard Scheuermann, Ministerialrat vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in Baden-Württemberg, und Dipl.-Ing. Andreas Bucher, Forschung und Entwicklung bei der Unternehmensgruppe Fischer, die novellierte Bauordnung in Deutschland und ihre praktische Auswirkung auf die Befestigungstechnik. In der anschließenden Podiumsdiskussion taten bedeutende Branchengrößen ihre Meinung zu dem aktuellen deutschen Baurecht und seiner Umsetzung kund. Mit dabei waren Dr.-Ing. Markus Wetzel (Präsident der Bundesvereinigung der Prüfingenieure Deutschlands), Dipl.-Ing. Andreas Kummerow (DIBt), Dipl.-Ing. Andreas Reinhardt (Systea Pohl GmbH) und Dipl.-Ing. Robert Rimböck (Lindner Holding KGaA).
 
In Summe ist es allen Mitwirkenden gelungen, zahlreiche Themen und Strömungen rund um die Befestigungstechnik zu präsentieren und zu diskutieren – und damit Zukunft zu gestalten. Das erfolgreiche Expertenforum endete mit einer Führung durch die modernen Hallen des Global Distribution Center (GDC) des Tumlinger Befestigungsspezialisten. Hier konnten die Gäste live erleben, wie digitale Technologien und das fischer ProzessSystem die Abläufe sowie die Lieferkette verbessern. Insgesamt fanden die Themen und Inhalte der Tagung großen Anklang bei den Gästen und boten reichlich Stoff für Gespräche und Diskussionen. Der allgemeine Tenor lautete: Bereits jetzt sieht die Branche dem nächsten Expertenforum im Januar 2020 gespannt entgegen.

Quelle: Unternehmensgruppe Fischer

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