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Koaralmbahn in Österreich: Infrastrukturministerium und ÖBB verkünden weiteren Meilenstein Featured

Nach etwas über einem halben Jahr Bauzeit erfolgt der Tunneldurchschlag beim Tunnel Lind im Bereich der Gemeinde Grafenstein.


Mit den letzten Baggerbewegungen erfolgte am 21.2.2017 um 09:15 Uhr der Durchschlag des rund 450 m langen Tunnels Lind. Seit Juli arbeiteten sich die Mineure durch den Berg und erreichten heute das künftige östliche Tunnelportal in der Nähe der 600 m langen Draubrücke bei Stein und damit einen weiteren Meilenstein bei der Errichtung der rund 130 km langen Koralmbahn.

Infrastrukturminister Jörg Leichtfried sagt: „Wir investieren heuer rund 280 Millionen Euro in die Schieneninfrastruktur in Kärnten. Wir modernisieren Bahnhöfe, erneuern Gleise und bauen die Südbahn weiter aus. Das bringt Aufträge für die Betriebe in der Region, und die Pendlerinnen und Pendler profitieren davon: Die Strecke Klagenfurt–Graz ist künftig in nur 45 Minuten machbar und wird damit zu einer Pendlerdistanz mit unglaublichem Potenzial.“

Ein Dankeschön und Kompliment richtet Landeshauptmann Peter Kaiser an alle, die zum Erreichen dieses weiteren Koralmbahn-Meilensteines beigetragen haben. „Von der Koralmbahn bzw. Baltisch-Adriatischen Achse profitiert Kärnten nachhaltig durch Wertschöpfung, Arbeitsplätze, Wirtschafts- und Tourismusimpulse, schnellere Bahnverbindungen. Es ist ein Megaprojekt für die Menschen und es soll auch mit den Menschen stattfinden. Daher ist es auch sehr wichtig, dass die Anliegen der Bevölkerung an der Wörtherseetrasse ernstgenommen werden. Man muss dort alles tun, um den Lärm zu reduzieren“, so Kaiser.

Der Mobilitätsmasterplan 2035 hat klar festgehalten, dass die Koralmbahnstrecke eine sehr wichtige Funktion für den Nah- und Fernverkehr von und nach Kärnten ausübt. Einerseits werden für den Personen- und Güterverkehr Richtung Graz und Wien und darüber hinaus die Fahrzeiten massiv verringert und damit der öffentliche Verkehr wesentlich konkurrenzfähiger im Vergleich zum Auto oder LKW. Auf der anderen Seite erhält Kärnten dadurch auch eine optimierte Strecke für den Nahverkehr mit der S-Bahn. Es ergeben sich kürzere Pendeldistanzen für SchülerInnen und Berufstätige. Dieser Tunneldurchstich stellt somit ein weiteres wichtiges Puzzleteil für die Verbesserung des Rückgrats des Öffentlichen Verkehrs in Kärnten dar.

„Wir freuen uns sehr, dass die Vortriebsarbeiten beim Tunnel Lind heute unfallfrei abgeschlossen werden konnten“, erklärt Vorstandsdirektor Franz Bauer von der ÖBB-Infrastruktur AG. „Der Tunnel Lind ist das Bindeglied von der Draubrücke bis zum bereits im Betrieb befindlichen Teil der Koralmbahn zwischen Klagenfurt und Grafenstein bzw. Althofen an der Drau.“

Bauarbeiten im Detail

Das rund 450 m lange Tunnelbauwerk wurde komplett im Bagger- und Sprengvortrieb errichtet. Nach der Fertigstellung des Rohbaus wird in den kommenden Monaten die druckwasserhaltende Stahlbeton-Innenschale mithilfe eines sogenannten Schalwagens errichtet. Der Gleisbau und die bahntechnische Ausrüstung erfolgen erst nach der Rohbaufertigstellung der Tunnelkette St. Kanzian.

Auch Bürgermeister Valentin Deutschmann freut sich über den Baufortschritt bei der Koralmbahn: „Ich unterstreiche ganz besonders die Zusammenarbeit mit den Bauteams der ÖBB, die vor allem für die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger immer ein offenes Ohr haben. Die Koralmbahn selbst ist für unsere Gemeinde eine wichtige Mobilitätslösung, die bereits jetzt als S-Bahn sehr gut angenommen wird.“

Auch beim Tunnel Stein gibt es Neuigkeiten: Das rund 2,1 km lange Tunnelbauwerk (600 m davon in offener Bauweise) ist bereits mehr zur Hälfte ausgebrochen. „In etwa einem halben Jahr erwarten wir auch hier den Tunneldurchschlag“, so Bauer. „Ebenso zügig voran geht es mit der Herstellung der weiteren Tunnel der Tunnelkette St. Kanzian. Mehrere tausend Betonbohrpfähle sind eingebracht und die für den Baggervortrieb notwendigen Sicherungsmaßnahmen errichtet. Auch hier beginnen wir in Kürze mit den Hauptvortrieben.“ Der Streckenabschnitt zwischen Althofen an der Drau und St. Kanzian soll wie geplant bis 2022 in Betrieb genommen werden.

Die Südstrecke: Vom Reisen und Befördern der Zukunft

An mehr als 100 großen und kleinen Projekten arbeitet  die ÖBB-Infrastruktur AG derzeit entlang der Südstrecke, einem Teil des Baltisch-Adriatischen Korridors. 200 Kilometer Bahnlinie  werden modernisiert, 170 km neu gebaut. 80 km neue Tunnel und 150 neue Brücken errichtet. Über 5.000 Menschen arbeiten daran. Ab Ende 2026 eilen die Züge in 2 Stunden 40 Minuten von Wien nach Klagenfurt, von Graz nach Klagenfurt in 45 Minuten. Sie passieren, auf insgesamt 470 km, viele neue Bahnhöfe und durchqueren mit hohen Geschwindigkeiten zwei Berge – den Semmering  und die Koralpe. Das Projekt Südstrecke umfasst: den Nordbahn-Ausbau, den Ausbau Wien-Bratislava, den neuen Wiener Hauptbahnhof, das Güterzentrum Wien Süd, den Ausbau der Pottendorfer Linie, den Bau des Semmering-Basistunnels, acht modernisierte Bahnhöfe auf dem Weg von Bruck nach Graz, den modernisierten Grazer Hauptbahnhof und 130 km neue Koralmbahn. Gemeinsam schaffen sie die Voraussetzungen für einen zukunftsorientierten Personen- und Güterverkehr.

Quelle: ÖBB

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