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Neuer Kurzbericht zur Bedeutung der DR Kongo für den weltweiten Kobaltmarkt

Strategien für verantwortungsvollen Kobaltbezug unerlässlich


Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat heute den Kurzbericht „Kobalt aus der DR Kongo – Potenziale, Risiken und Bedeutung für den Kobaltmarkt“ (Commodity TopNews 53) veröffentlicht. Das zentralafrikanische Land ist mit über 60 % der Bergwerksförderung weltweit größter Produzent dieses Rohstoffs, der unter anderem für Lithium-Ionen-Batterien für Elektro-Pkw und Handys notwendig ist. In dem neuen „Faktencheck“ wird die Gewinnung von Kobalt in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) und deren Bedeutung für den Weltmarkt dargestellt.

„Aufgrund der weltweit steigenden Nachfrage und Bedeutung von Kobalt für Schlüssel- und Zukunftstechnologien und der hohen Angebotskonzentration auf wenige Bergbauländer, mit zum Teil erhöhtem Länderrisiko, kann es bei diesem Rohstoff zu erheblichen Lieferengpässen und Preisrisiken kommen, so Siyamend Al Barazi von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR).

Einfluss auf die weltweite Versorgung hat vor allem der Abbau in der DR Kongo. So wird Kobalt dort nicht nur industriell, sondern auch im artisanalen Kleinbergbau gewonnen. Dabei wurden in der DR Kongo in den vergangenen Jahren wiederholt Missstände, wie Kinderarbeit oder prekäre Arbeitsbedingungen festgestellt und dokumentiert. Einige Abnehmer, insbesondere aus der Elektronikindustrie, fordern daher inzwischen von den Grubenbetreibern und Zulieferern die Einhaltung sozialer Standards und die Umsetzung von Sorgfaltspflichten in der Lieferkette.

„Um diesen nachzukommen sollten internationale Abnehmer und deren Kunden beim Bezug von Kobalt aus der DR Kongo bzw. von weiterverarbeiteten Kobaltspezifikationen durch Audits sicherstellen, dass Erzförderung, -transport und -aufbereitung im Förderland nach den OECD-Leitlinien zur Sorgfaltspflicht in Rohstofflieferketten erfolgen“, erklären die Mitautoren Uwe Näher und Sebastian Vetter. Sie sind im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit zur verantwortungsvollen Rohstoffgewinnung für die BGR in der Demokratischen Republik Kongo tätig und beraten die dortigen staatlichen Behörden.

Der Bezug von im Kleinbergbau gewonnenem Kobalt ist dabei an sich nicht problematisch. Ein Boykott oder ein Verbot des Kleinbergbaus würde nach Ansicht der Autoren zu steigender Intransparenz und einer Verschlechterung der Arbeits- und Lebensbedingungen der mit dem Kobaltkleinbergbau verbundenen örtlichen Bevölkerung führen. Wichtig sei eine gezielte Überprüfung und Verbesserung der Umstände von Kobaltförderung und -handel durch die Akteure in den betroffenen Lieferketten, so ein Fazit des Berichts.

Quelle: BGR

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