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Rekultivierung von Bergbauflächen auf „Zinninsel“ Bangka in Indonesien Featured

Prof. Dr. Ralph Watzel und Generalkonsulin Sylvia Arifin mit der Absichtserklärung (Foto: BGR) Prof. Dr. Ralph Watzel und Generalkonsulin Sylvia Arifin mit der Absichtserklärung (Foto: BGR)

 

BGR unterzeichnet Absichtserklärung mit Indonesien


Es wird als Bestandteil von Mobiltelefonen, Verpackungen und PVC-Kunststoffen benötigt: Das silbrig glänzende Metall Zinn. Weltweit werden jedes Jahr über 300.000 Tonnen dieses Rohstoffs in 25 Ländern produziert. Hinter Weltmarktführer China folgt Indonesien mit einer Bergbauförderung von etwa 100.000 Tonnen pro Jahr. Deutschland ist weltweit der viertgrößte Importeur raffinierten Zinns, dabei kam zuletzt ein Viertel der Zinnimporte aus Indonesien.

Das weltweite „El Dorado“ des Zinns liegt östlich vor der Küste von Sumatra. Auf der indonesischen „Zinninsel“ Bangka und im Meer davor befinden sich einige der international größten Vorkommen. Dort wird der begehrte Rohstoff im industriellen sowie artisanalen Bergbau in mehreren hundert kleinen Bergwerken und mit Baggerschiffen abgebaut. Dies geschieht teilweise mit gravierenden Eingriffen in die Natur. Beeinträchtigte Landschaften und für eine spätere landwirtschaftliche Nutzung ungeeignete Flächen sind häufig die Folge.

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) möchte gemeinsam mit dem indonesischen Bergbauministerium wissenschaftliche Lösungskonzepte zu dieser Problematik entwickeln. Daher hat heute BGR-Präsident Prof. Dr. Ralph Watzel mit der indonesischen Generalkonsulin Sylvia Arifin, in Vertretung für das indonesische Bergbauministerium, im Geozentrum Hannover eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) für eine Pilotmaßnahme zur nachhaltigen Rekultivierung von Bergbauflächen auf der „Zinninsel“ Bangka unterzeichnet.

Prof. Dr. Ralph Watzel: „Indonesien spielt eine wichtige Rolle für die Zinnversorgung des Weltmarktes und auch der deutschen Industrie. Allerdings wird vor Ort nicht immer im Einklang mit international anerkannten Standards für einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Bergbau abgebaut und rekultiviert. Unsere Kooperation wird in Zukunft eine gute Bergbaupraxis und eine verantwortungsbewusste Rohstoffgewinnung fördern. Darüber hinaus wird sie zur Sicherung der Lebensgrundlagen der Menschen vor Ort beitragen.“

Zinnerz wird auf den indonesischen Inseln Bangka und Belitung industriell – zumeist offshore – sowie im oftmals informellen Kleinbergbau gewonnen. Der Abbau ist einer der zentralen Wirtschaftsfaktoren der Region und bringt Beschäftigung und Einkommen. Durch den informellen Kleinbergbau werden jedoch häufig verwüstete und für eine spätere Nutzung wenig geeignete Flächen zurückgelassen - Versuche zur Rekultivierung werden teilweise durch erneuten illegalen Abbau zunichte gemacht.

Mit der durch die Unterzeichnung der Absichtserklärung gestarteten Pilotmaßnahme unterstützt die BGR Indonesien bei der Rekultivierung ehemaliger Bergbauflächen. „Die Bundesbehörde wird in einem ersten Schritt gemeinsam mit dem indonesischen Bergbauministerium den fachlichen Wissensaustausch zwischen lokalen Universitäten unter Einbeziehung der lokalen Gemeinden und Behörden fördern. Dies erfolgt anhand der beispielhaften Rekultivierung einer ausgewählten Fläche, parallel wird ein Leitfaden erstellt, der die gewonnenen Erfahrungen verbreiten soll“, so Dr. Gudrun Franken, Leiterin des Arbeitsbereichs Bergbau und Nachhaltigkeit an der BGR.

Die BGR-Pilotmaßnahme in Indonesien läuft über einen Zeitraum von zwei Jahren und erfolgt in Kooperation mit lokalen Universitäten sowie Regierungsstellen, Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Organisationen.

Quelle: BGR

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