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BGR kartiert Untergrund der Küstenregion vom Hubschrauber aus

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) führt vom 28. April bis zum 28. Mai 2014 an der Nordseeküste westlich und südlich des Jadebusens aerogeophysikalische Messflüge durch. Dabei wird eine 10 Meter lange Elektromagnetik-Sonde eingesetzt, die vom BGR-Hubschrauber „Sikorsky S-76B“ an einem Kabel in 40 Meter Höhe über den Boden geschleppt wird. Mit der Flugsonde kartieren die Geowissenschaftler den Untergrund – insbesondere die Süß- und Salzwasservorkommen – bis in eine Tiefe von 100 Metern und messen das Geomagnetfeld sowie die Oberflächenstrahlung der Erde.

Der BGR-Hubschrauber und die Elektromagnetik-Sonde sind dafür mit speziellen Sende- und Empfangssystemen ausgestattet. Ein Magnetometer in der Sonde nimmt Daten auf, die Aufschluss über die geologische Struktur des Geländes geben, ein Gammastrahlenspektrometer erfasst die Deckschichtbeschaffenheit und ein Laser-Höhenmesser bestimmt die Topographie unter der Flugstrecke. Zudem geben die elektromagnetischen Messdaten Aufschluss über die Leitfähigkeitsstruktur im Untergrund. So können z.B. Trink-, Brack- und Salzwasser aufgrund der verschiedenen Leitfähigkeiten unterschieden werden. Insgesamt dienen die erfassten Daten der Erkundung des Bodens, der Grundwasserleiter und der natürlichen Versalzungsstrukturen.

Die Befliegung westlich und südlich vom Jadebusen ist Teil des D-AERO-Projekts der BGR, das vom Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) und dem Leibniz-Instituts für Angewandte Geophysik (LIAG) im GEOZENTRUM Hannover begleitet wird. Es fanden bereits zwischen 1985 und 2010 Messflüge an der Nordsee statt (Karte unten). Das aktuelle Messgebiet Jever (Nr. 133) und das noch ausstehende Gebiet Varel (Nr. 139) schließen die Lücke zwischen den Messgebieten Esens (Nr. 129) und Nordenham (Nr. 138). Die Messflüge werden vom Flugplatz Wilhelmshaven-Mariensiel aus durchgeführt.

Die Nordseeküste ist unter Aspekten wie Klimawandel und Küstenschutz von besonderem Interesse für die Geo-Experten. Nordseeinseln, Wattenmeer und Deichregionen werden von Sturmfluten und einem langfristigen Meeresspiegelanstieg besonders bedroht. Auf Grundlage der Messflüge erhoffen sich die Wissenschaftler Aufschlüsse zur besseren Identifizierung der gefährdeten Küsten- und Landbereiche.

Die Küstenregion hinter den Deichen ist durch das natürliche Vordringen von Salzwasser geprägt. Jede Veränderung wirkt sich auf die Ausbreitung des Salzwassers im Untergrund aus und kann Trinkwasservorkommen gefährden. Durch die aerogeophysikalischen Messungen erhalten die Wissenschaftler, aber auch die Wasserversorger ein klareres Bild von den Untergrundverhältnissen.

Dadurch können in Zukunft vorbeugende Maßnahmen noch gezielter getroffen werden.

Die bei den Messflügen gewonnenen Daten stehen nach der Auswertung über das Fachinformationssystem Geophysik des LIAG öffentlich zur Verfügung.

In einem einheitlichen Standard soll diese Befliegung unter Mitwirkung der Bundesländer auf weitere Teile Deutschlands ausgedehnt werden. Die dabei entstehenden dreidimensionalen Datenbestände sind vielfältig nutzbar und von bleibendem Wert für Forschung und Landesplanung.

BGR kartiert Untergrund der Küstenregion aus der Luft

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