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Tiefengeothermie-Branche hofft auf Investitionssicherheit

Angesichts der gestern, Donnerstag, getroffenen Kompromisslösungen beim Erneuerbare-Energien-Gesetz hofft das Wirtschaftsforum Geothermie e.V. (WFG) darauf, dass sich die durch die Debatte um eine „Strompreis-Bremse“ verursachte Investitions-Bremse langsam lösen wird. Momentan liegen alleine im Raum München Geothermie-Projekte im Umfang von etwa 1 Mrd. € brach.

Die aus Ministerpräsidenten, Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Umweltminister Peter Altmaier (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) zusammengesetzte Runde einigte sich gestern u.a. darauf, keine rückwirkenden Vergütungsregeln für bereits laufende Anlagen der Erneuerbaren Energien einzuführen. WFG-Vorsitzender Dr. Erwin Knapek ist daher erleichtert, dass das vom WFG in seinem aktuellen Positionspapier dringend eingeforderte Vertrauen in geltende Gesetze in Deutschland nun wiederhergestellt ist: „Die Tatsache, dass willkürlich in den Raum gestellte Kürzungen für bereits laufende Geothermie-Anlagen vom Tisch sind, beruhigt mich sehr. Es stellt die Rechtssicherheit wieder her.“ Knapek ist zufrieden, dass sich die Politikerrunde deutlich für das EEG als Basis der deutschen Energiewende ausgesprochen hat: „Das Erneuerbare-Energien-Gesetz ist sinnvoll und es ist notwendig. Ich freue mich sehr, dass die politischen Entscheider das nun klargestellt haben. Denn das Erneuerbare-Energien-Gesetz ist die Grundlage für den Umbau der deutschen Energieversorgung hin zu einem zukunftsorientierten, nachhaltigen System.“

Bundesumweltminister Peter Altmaier hatte eine nachträgliche Reduzierung der EEG-Umlage auch für bereits bestehende Anlagen vorgeschlagen. Diese Ankündigung sorgte dafür, dass alleine im Raum München momentan Geothermie-Projekte mit einem Volumen von rund 1 Milliarde Euro brachliegen. Das hatte eine Umfrage des Wirtschaftsforums Geothermie unter seinen schwerpunktmäßig im süddeutschen Raum angesiedelten Mitgliedsunternehmen ergeben. „Die Strompreisbremse wurde mit einem Schlag zur Investitions-Bremse in Erneuerbare Energien“, stellt Knapek fest. Und die wird sich quer durch alle Branchen der Erneuerbaren Energie wohl nur langsam lösen, vermutet der Verbandsvorsitzende. Denn die Gipfel-Teilnehmer verständigten sich gestern nicht darauf, klarzustellen, wie die Regelungen für Neuanlagen künftig aussehen werden. Das soll erst in der nächsten Legislaturperiode geschehen, es soll im Frühjahr lediglich erste Gespräche geben.

Für Knapek ein unbefriedigender Zustand: „Strom- und Wärme-Projekte der Tiefengeothermie haben üblicherweise eine Planungs-, Bohr- und Bauzeit von drei bis sieben Jahren. Nun müssen wir bis nach der Bundestagswahl auf neue Regelungen warten. Dabei wird das EEG ohnehin regelmäßig und systematisch auf die jeweils neuen Anforderungen der verschiedenen Bereiche der Erneuerbaren Energien angepasst. Wir brauchen daher unbedingt einen Vertrauensschutz. Unsere Betreiber und Investoren müssen sich sicher sein, dass bei Start der Anlage noch gilt, was in der Antrags- und Planungsphase Gesetz war.“ Das Wirtschaftsforum Geothermie macht sich daher in seinem aktuellen Positionspapier „EEG – Fundament der Energiewende“ unter anderem für einen Entwicklungskorridor stark, um die Technik weiter voranzutreiben, aktiv zu forschen und neue Nutzungskonzepte zu erproben. „Wir denken, dass wir die Wettbewerbsfähigkeit mit anderen Energieformen erreicht haben, sobald die Kraftwerke der Tiefengeothermie etwa 500 bis 750 Megawatt elektrische Leistung liefern können“, erklärt Knapek. In diesem Jahr erzeugen die vier deutschen Erdwärme-Kraftwerke in Unterhaching, Bruchsal, Landau und Insheim etwa 90 Gigawattstunden Strom aus heißem Wasser, das aus 3.000 bis 4.000 Metern Tiefe stammt. Knapek will das deutlich ausbauen, denn: „Wir als Tiefengeothermie-Branche gehen davon aus, dass Deutschland auch weiterhin im Sinne des Klima- und Umweltschutzes an der Erdwärme als emissionsfreie, rund um die Uhr verfügbare und unerschöpfliche Energiequelle großes Interesse hat.“

Link zum aktuellen WFG-Positionspapier: „EEG – Fundament der Energiewende“


 

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