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Unterföhring: Geothermieanlage erhält neue Bohrungen zur Verdopplung der Leistung

Erstmals in Deutschland wird eine bestehende Geothermieanlage mit zwei neuen Bohrungen erweitert, um zukünftig weitere Gemeindegebiete und Großkunden mit Erdwärme versorgen zu können. Der Beginn der Bohrarbeiten wurde gestern Abend im Rahmen eines Festakts auf dem Bohrgelände gewürdigt.

In Unterföhring startete mit der gestrigen Bohrfeier die Erweiterung der Geothermieanlage. Die zwei neuen Tiefenbohrungen werden die Leistungsfähigkeit der Anlage verdoppeln, so dass in wenigen Jahren auch der Süden der Gemeinde von geothermischer Fernwärme profitieren kann. Im Rahmen des Festakts auf dem Gelände der Energiezentrale am Etzweg wurde der so genannte Meißelschlag feierlich begangenen, der den Beginn der Bohrarbeiten markiert. In seiner Begrüßung der rund 120 geladenen Gäste zeigte sich Unterföhrings Bürgermeister Franz Schwarz begeistert von dem neuen Projekt: „Ich bin stolz, dass Unterföhring nun einen weiteren Schritt in die Zukunft macht und seine erneuerbare Wärmeversorgung bald erheblich ausbauen kann. Mit dem deutschlandweit einzigartigen Projekt ist unsere Gemeinde einmal mehr ein Leuchtturm im Bereich der regenerativen Energien.“  

Aber nicht nur die Bürger in Unterföhrings Süden können sich freuen, dass es jetzt endlich losgeht. Auch die bestehenden Kunden werden profitieren. „Die Erweiterung der Anlage dient auch der Versorgungssicherheit in extrem kalten Wintern“, so Peter Lohr, Geschäftsführer der gemeindeeigenen Betreibergesellschaft GEOVOL. Nicht zuletzt könne man mit der zusätzlichen Leistung zukünftig auch weitere große Gewerbekunden wie z. B. das ZDF versorgen. „Hier laufen momentan Verhandlungen, die kurz vor dem Abschluss stehen“, freut sich Lohr.

Bis die Erdwärme aus den neuen Bohrungen genutzt werden kann, wird es allerdings noch etwas dauern. Allein um die insgesamt rund 8600 Meter lange Bohrstrecke fertigzustellen, braucht das beauftragte Bohrunternehmen Daldrup & Söhne aus Ascheberg voraussichtlich über ein halbes Jahr. Interessant: Die zwei Bohrungen gehen nicht senkrecht in die Tiefe, sondern werden nach Süden beziehungsweise Osten abgelenkt. Dadurch werden die in etwa 2500 Metern Tiefe liegenden Endpunkte der beiden Bohrungen drei beziehungsweise zweieinhalb Kilometer vom Bohrplatz entfernt liegen. Im Herbst 2014, nach Fertigstellung der Bohrungen, soll dann mit dem Bau der zweiten Heizzentrale begonnen werden. Dort wird die Energie des heißen Tiefenwassers mit Hilfe von Wärmetauschern in das Fernwärmenetz eingespeist. „Wenn alles nach Plan läuft, können wir bereits im Herbst 2015 mit der Wärmelieferung aus den neuen Bohrungen beginnen “, so Peter Lohr. Damit die Erdwärme zukünftig auch alle Kunden südlich der Bahnhofstraße und im Gewerbegebiet erreichen kann, muss auch das Fernwärmenetz sukzessive ausgebaut werden. Für Unterföhrings Süden ist eine Trasse von 15 Kilometern Länge geplant und der Anschluss von weiteren 2000 Haushalten.

Über GEOVOL
Die GEOVOL Unterföhring GmbH wurde am 3. September 2007 als einhundertprozentige Tochtergesellschaft der Gemeinde Unterföhring gegründet. Sie fungiert als Erschließungs- und Betreibergesellschaft für das Geothermieprojekt Unterföhring. Die GEOVOL stellt als heimischer, kommunaler Energieversorger bereits jetzt einen großen Teil der in der Gemeinde benötigten Heizwärme bereit. Nach Abschluss der Erweiterungsarbeiten wird die Geothermieanlage eine thermische Leistung von 20 Megawatt haben.


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