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WFG: EEG-Debatte - Tiefengeothermie-Unternehmen fordern Investitionssicherheit

Ein Garant für Rechts- und Investitionssicherheit, ein Motor für Forschung und technische Innovation in die zukunftsweisende Energieversorgung Deutschlands – das ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) aus Sicht des Wirtschaftsforum Geothermie e.V.. Die im Tiefengeothermie-Branchenverband zusammengeschlossenen Unternehmen wollen, dass Investoren und Unternehmen auch in Zukunft Vertrauen ins EEG haben. Sie lehnen somit die Vorschläge von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) nach einem radikalen EEG-Umbau ab.

Mit seinem aktuellen Positionspapier macht das Wirtschaftsforum Geothermie e.V. (WFG) darauf aufmerksam, dass die momentane Debatte um eine „Strompreisbremse“ bereits jetzt eine Investitionsbremse ist. „Seit Umweltminister Altmaier Mitte Februar sein Modell der „Strompreisbremse“ vorgestellt hat, scheuen sich Investoren vor klaren Zusagen. Ihnen fehlt die Rechtssicherheit, auch vor dem Hintergrund der Bundestagswahl im Herbst. Alleine im Raum München liegen somit Projekte mit einem Investitionsvolumen von insgesamt rund einer Milliarde Euro auf Eis. Diese Lähmung ist unerträglich, sie schadet Kommunen, Betreibern und Banken“, berichtet Dr. Erwin Knapek, Vorsitzender des WFG. Er betont, dass die Branche in den vergangenen Jahren bereits ungefähr eine weitere Milliarde Euro in den Ausbau der Tiefengeothermie investiert hat.

Die Tiefengeothermie – also das Nutzen der Erdwärme aus mindestens 400 Metern für die Strom- und Wärmeerzeugung – befindet sich in Deutschland in der Aufbauphase. Die Projekte konzentrieren sich momentan schwerpunktmäßig auf Bayern und den Oberrhein. Besonders im Münchener Raum ist heißes Wasser aus rund 3.000 Metern Tiefe bereits jetzt ein gewichtiger Baustein für den Betrieb von bisher neun Fernwärmenetzen. In Unterhaching, Landau, Insheim und Bruchsal werden außerdem Stromgeneratoren mit Erdwärme betrieben.

Weitere neun Strom- und elf Wärme-Projekte befinden sich momentan in der Planungs- und Bauphase. „Wir hoffen, dass Minister Altmaier bei der EEG-Debatte berücksichtigt, dass die junge Tiefengeothermiebranche mit ihren mehrjährigen Projekt-Planungszeiten nicht mit den gleichen Maßstäben gemessen werden kann, wie andere Energiequellen“, sagt Knapek. Die im Wirtschaftsforum Geothermie vertretenen Unternehmen stimmen zwar der Idee nach einer Kostenbegrenzung des Ausbaus Erneuerbarer Energien grundsätzlich zu. In ihrem Positionspapier machen sie aber deutlich, dass dabei nicht nur EEG-Umlage, sondern beispielsweise auch eine Stromsteuer-Senkung oder eine Berücksichtigung von Kosteneffekten an der Strombörse eine Rolle spielen können.

„Das ist auch im Sinne der Klimaschutzziele Deutschlands. Tiefengeothermie ist CO2-neutral, emissionsfrei und regelbar. Unsere Branche braucht keine neuen Stromtrassen, da sie Energie vor Ort in Städten und Gemeinden erzeugt. All das spricht klar dafür, weiter in Tiefengeothermie zu investieren“, argumentiert Knapek.

Deutsches Wissen über Tiefengeothermie ist bereits jetzt weltweit gefragt – die Mitgliedsunternehmen im WFG erhalten regelmäßig Besuche ausländischer Experten- und Unternehmensdelegationen und exportieren ihr Know-how längst in andere Länder. „Man kann die Außenwirkung des Erneuerbare-Energie-Gesetzes nicht hoch genug einschätzen. Es hat das Wissen um Erneuerbare Energien zum Exportschlager „made in germany“ gemacht“, betont WFG-Geschäftsführer Thorsten Weimann und sorgt sich um das internationale Ansehen des Wirtschaftsstandorts Deutschlands: „Schaden ist wegen der EEG-Debatte bereits eingetreten. Das Vertrauen in die deutsche Politik ist gefährdet. Denn die deutsche Wirtschaft lebt vom guten Ruf der Ingenieurskunst und der Kaufmannstugenden, von Rechts- und Vertragssicherheit. Ich verstehe nicht, weshalb man das nun aufs Spiel setzen sollte.“

Das Wirtschaftsforum Geothermie e.V.:

Die in der Tiefengeothermie führenden 44 deutschen und Schweizer Unternehmen finden sich seit dem Jahr 2006 unter dem Dach des Wirtschaftsforums Geothermie (WFG) zusammen. Der Verband ist Basis und Schnittstelle für den interdisziplinären
Erfahrungsaustausch seiner Mitglieder. Ingenieure, Finanziers, Planer und Geologen bündeln hier ihr Expertenwissen. Zudem sind alle aktiven deutschen Strom- und die meisten Wärmeprojekte im WFG vertreten. Das WFG hat sich daher über die gesamte Bandbreite der Branche hinweg als kompetenter Ansprechpartner gegenüber der Politik positioniert.

Vorsitzender des WFG ist Dr. Erwin Knapek (Vizepräsident Bundesverband Erneuerbare Energie e.V.), seine Stellvertreter sind Dr. Peter Seibt (Geothermie Neubrandenburg GmbH) und Dr. Thomas Kölbel (EnBW Energie Baden-Württemberg AG).

 

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