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Bergbaumaschinenhersteller erwarten Rekordjahr Featured

Gegen den allgemeinen Trend erwarten die Bergbaumaschinenhersteller aus Deutschland für 2019 ein Rekordjahr. Der VDMA rechnet mit einem Umsatzplus von 38 % auf rund 5 Milliarden Euro. 2020 sollen die Erlöse zumindest gehalten werden.


In Deutschland werden die Bergbaumaschinenhersteller ihre Umsätze voraussichtlich um 10 % auf 110 Millionen Euro erhöhen. Wie der Vorsitzende des VDMA Mining, Dr. Michael Schulte Strathaus, während der Jahrespressekonferenz auf der Zeche Zollverein in Essen sagte, sei der Heimatmarkt durch den beschlossenen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung und die abnehmenden Möglichkeiten, weiterhin heimische Rohstoffe zu fördern, „eher zu einer Randerscheinung“ geworden. Hinzu kämen die immer schwierigeren Raumplanungen sowie die Überplanung von Lagerstätten. Für das kommende Jahr geht der VDMA deshalb im Inland von allenfalls geringfügig veränderten Erlösen aus.

Weitaus erfreulicher sieht das Auslandsgeschäft aus. Gerechnet wird mit einer Umsatzsteigerung in diesem Jahr von 38 % auf etwa 4,9 Milliarden Euro. Die Exportquote liegt damit bei 98 %. Für 2020 geht die Branche davon aus, ihre Erlöse zumindest halten zu können. Belastend wirken laut Schulte Strathaus der Handelsstreit zwischen den USA und China, den abermals verschobenen Brexit und die weiterhin angespannte Lage im Nahen Osten. Mittel- und langfristig geht die Branche jedoch von einer weiter steigenden Nachfrage aus. Der Vorsitzende verwies in diesem Zusammenhang auf Berechnungen der OECD, wonach die Weltbevölkerung bis 2050 auf über 9 Milliarden Menschen anwachsen und sich der Rohstoffbedarf bis 2060 verdoppeln wird.

Um den Anforderungen des digitalen Zeitalters gerecht zu werden, setzen die Bergbaumaschinenhersteller zunehmend auf Maschinen und Anlagen, die im Hartgesteinsbergbau Verwendung finden. Schulte Strathaus: „Genau dort werden viele Metalle für die digitale Zukunft gewonnen. Ohne sie und damit auch ohne unsere Produkte wäre Digitalisierung schlichtweg nicht möglich.“ Daten und Energie seien die Basis für die Zukunft – ohne Rohstoffe aber, würde es keine Energie geben, betonte er.

Ganz oben auf der Agenda stehen für die Bergbauzulieferunternehmen auch die Themen Nachhaltigkeit und Sicherheit. Bei letzterem seien, wie Schulte Strathaus sagte, deutsche Unternehmen „weltspitze“. Es gebe wohl kaum ausländische Hersteller, „die uns in dieser Beziehung das Wasser reichen können“. Nicht zuletzt deshalb seien Bergbaumaschinen „Made in Germany“ weltweit gefragt.

Von den verantwortlichen Politikern wünscht sich die Branche mehr Engagement auf dem afrikanischen Kontinent. Nur so könne es gelingen, China dort Paroli zu bieten. Der Vorsitzende bedauerte auch, dass sich mehr und mehr Geldgeber aus der Finanzierung von Kohleprojekten zurückzögen. Darunter leide nicht nur seine Branche, sondern der gesamte europäische Maschinenbau.

Den Fachkräftemangel in seiner Branche bezeichnete Schulte Strathaus als „dramatisch“. Der Facharbeiter müsse sich der Gesellschaft zugehörig und nicht, wie es heute vermehrt der Fall sei, ausgegrenzt fühlen. „Abitur für alle hilft uns nicht weiter“, sagte er.

Größter Absatzmarkt ist in diesem Jahr die EU. Auf die 28 Mitgliedsländer entfallen voraussichtlich 25 % der Exporte. 2018 waren es etwas mehr als 27 %. Die entscheidenden Impulse gingen von Frankreich und Großbritannien aus. Für 2020 wird zumindest mit einem weiteren leichten Anstieg der Ausfuhren in die Länder der Europäischen Union gerechnet.

Zweitgrößtes Exportland, mit einem Anteil von voraussichtlich 12 % an den Gesamtausfuhren, sind die USA. 2018 waren es noch 15 %. Verantwortlich dafür ist nach den Worten von Schulte Strathaus ein Schwenk in der dortigen Energiepolitik. Die Bedeutung der Kohle als Energielieferant gehe kontinuierlich zurück. Da das Land jedoch viele Anstrengungen unternehme, den Bergbau insgesamt zu stärken, sei man „vorsichtig optimistisch“, die Exporte in die USA im kommenden Jahr zumindest halten zu können.

Drittgrößtes Ausfuhrland ist China. Die Branche rechnet damit, dass in diesem Jahr etwas mehr als 10 % der Exporte in die Volksrepublik gehen. 2018 waren es knapp 10 %. Zwar sinken Chinas Importe von Bergbautechnik schon seit 2012 tendenziell. Das gelte jedoch nur eingeschränkt für Bergbautechnik „Made in Germany“, sagte Schulte Strathaus. Die mittelfristige Absatzentwicklung bezeichnete er jedoch als „eher ungewiss“. Viele Lieferanten sehen sich bei bestimmten Maschinen und Anlagen zunehmend mit intransparenten Zulassungsverfahren konfrontiert.

Chinesische Bergbaumaschinenhersteller wichen dem in vielen Bereichen gesättigten Heimatmarkt zunehmend aus und verschärften den Wettbewerb auf den Auslandsmärkten. Dies geschehe nicht selten mit staatlich subventionierten Dumpingpreisen, denen die deutschen Hersteller nur die Qualität ihrer Produkte und Dienstleistungen entgegensetzen könnten. Für 2020 wird jedoch davon ausgegangen, das Ausfuhrniveau zumindest halten zu können.

Weitere große Absatzgebiete sind Russland, Australien, der Nahe und Mittlere Osten sowie Lateinamerika.

Quelle: VDMA Mining

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