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DERA-Industrieworkshop: Weiterhin hohe Marktrisiken bei der Versorgung mit Kobalt – einem Schlüsselrohstoff für die Elektromobilität Featured

Als wichtiger Bestandteil leistungsfähiger und sicherer Energiespeicher stehen die Batterierohstoffe Kobalt, Lithium, Nickel und Graphit derzeit besonders im Fokus. Insbesondere aufgrund der wachsenden Bedeutung der Elektromobilität wird die Nachfrage nach diesen Batterierohstoffen in den kommenden Jahren stark zunehmen. Um zukünftige Preis- und Lieferrisiken bei der Versorgung mit dem Metall Kobalt besser zu identifizieren, führte die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) zu diesem Thema gemeinsam mit mehr als 100 Vertretern aus Industrie, Politik, Gesellschaft und Wissenschaft einen Industrieworkshop durch.


Kobalt weist nach Einschätzungen der Experten der DERA aktuell die höchsten Beschaffungsrisiken unter den Batterierohstoffen auf, entsprechend hoch ist der Informations- und Beratungsbedarf der Industrie und Politik. Ausdruck dieser kritischen Marktsituation ist der rasante Preisanstieg: Kostete eine Tonne Kobalt im April 2016 noch knapp 23.000 USD/t, so vervierfachte sich der Preis auf zwischenzeitlich über 90.000 USD/t. Grund für die rasante Preisentwicklung ist auch die Sorge, dass sich die Versorgungsituation künftig deutlich schwieriger gestalten könnte. „Wir gehen davon aus, dass sich – getrieben durch die Elektromobilität – die Nachfrage nach Kobalt bis 2026 auf rund 225.000 Tonnen verdoppeln wird. Zwar werden derzeit neue Kapazitäten im Bereich der Bergwerksförderung und Weiterverarbeitung aufgebaut, doch temporäre Angebotsdefizite aufgrund von Verzögerungen in der Inbetriebnahme können zu erheblichen Problemen in der Versorgung führen“, so Siyamend Al Barazi, Kobaltexperte der DERA.

Der Geologe Al Barazi hat dazu mit seinen BGR-Kollegen Kobaltprojekte in der Demokratischen Republik Kongo besucht und bewertet. „Das zentralafrikanische Land ist heute mit über 60 % Marktanteil der größte Kobaltproduzent. Auch die größten Projekte, die derzeit neu entwickelt werden, befinden sich alle in der DR Kongo, sodass die Angebotskonzentration bis 2026 auf über 70 % zunehmen wird“, so Al Barazi.

Die BGR ist seit Jahren mit eigenen Mitarbeitern in der DR Kongo präsent, um lokale Partner bei der Entwicklung und Implementierung von Standards für einen verantwortungsvollen Bergbau zu unterstützen. „Wir haben im Rahmen der Technischen Zusammenarbeit vor rund zehn Jahren im Kongo und in der Region der Großen Seen in Zentral- und Ostafrika damit begonnen, ein Zertifizierungssystem für verantwortungsvolle Rohstofflieferketten aufzubauen. Dieses Wissen und unsere jahrelange Präsenz vor Ort können wir nun einsetzen, um mit unseren Marktanalysen die Transparenz im Kobaltmarkt zu erhöhen“, so BGR-Präsident Prof. Dr. Ralph Watzel. Das Thema verantwortungsvolle Beschaffung nimmt bei Kobalt eine sehr wichtige Rolle ein. Entsprechend ist dies ein Schwerpunkt des Industrieworkshops.

Insbesondere Rohstoffe, die für Zukunftstechnologien benötigt werden, stehen aufgrund ihrer dynamischen Nachfrageentwicklung im Fokus der Informations- und Beratungsangebote der DERA für die deutsche Wirtschaft. Neben Batterierohstoffen wie Kobalt, Lithium und Nickel werden insbesondere auch Seltene Erden durch ihre Verwendung in Permanentmagneten in ihrer Nachfrage steigen. Das gleiche gilt für viele Hochtechnologiemetalle, die in der Elektrotechnik oder in Erneuerbaren Energietechnologien eingesetzt werden. Im Rahmen des Rohstoffmonitorings untersucht die DERA die Marktsituation mineralischer Rohstoffe, um Unternehmen frühzeitig auf Risiken in der Beschaffung hinzuweisen.

Quelle: BGR

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