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DERA stellt Ergebnisse der Rohstoffrisikobewertung Lithium vor

Hohe Angebotskonzentration bei Lithium – Schlüsselrohstoff und limitierender Faktor für die Verkehrswende und Speicherung regenerativer Energien

 

Lithium stellt einen, wenn nicht sogar den, Schlüsselrohstoff für die Umsetzung der Verkehrswende dar. Das Leichtmetall ist aufgrund seiner spezifischen Eigenschaften in aktuellen Lithium-Ionen-Batterien, unabhängig von der Batteriezusammensetzung, nicht ersetzbar.

Sowohl Produktion als auch Verkauf konventioneller Verbrennungsmotoren sollen in einigen Ländern mittelfristig eingestellt werden. Die EU plant sogar ein komplettes Verbot ab 2035, was das Thema E-Mobilität weiter anheizen dürfte. War das Thema bis vor wenigen Jahren ein überwiegend chinesisches, so entwickeln sich die USA, aber vor allem Europa, zu weiteren Hotspots für die Zellfertigung und die E-Mobilität. Die Mobilitätswende wird die gesamte Branche in den kommenden Jahren maßgeblich verändern und entsprechend auch den Bergbausektor vor sehr große Herausforderungen stellen. Fragen nach Verfügbarkeiten, Nachhaltigkeit in der Gewinnung und zukünftigen Preisentwicklungen werden weiter in den Fokus rücken.

Um zukünftige Preis- und Lieferrisiken bei der Versorgung mit Lithium besser zu identifizieren, führte die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) am 23. Juni 2022 gemeinsam mit Vertretern der Industrie  einen digitalen Industrieworkshop zu diesem Thema durch.

Die Gesamtnachfrage nach Lithium wird aktuell noch über das Primärangebot der Bergwerksförderung gedeckt. Der Sekundärsektor spielt in diesem Zusammenhang somit bislang keine Rolle. Mit Blick auf 2040 wird sich das verändern.

Die globale Nachfrage nach Lithium wird, je nach Nachfrageszenario auf ca. 316.300 bis 558.800 t Li-Inh. bis zum Jahr 2030 steigen. Die Nachfrage wird im Jahr 2030 darüber hinaus vom Batteriesektor, speziell der E-Mobilität, dominiert werden (ca. 90 %). Aktuell liegt der Bereich der Batterien bei rund 67 % der Gesamtnachfrage.

Die Lithiumförderung muss in den kommenden Jahren um den Faktor 4 bis 7 ausgebaut werden, um die prognostizierten Bedarfe decken zu können. Dies allein wird den Bergbausektor und die verarbeitende Industrie vor enorme Herausforderungen stellen. Hinzu kommen Aspekte einer möglichst nachhaltigen Gewinnung.

„Selbst wenn alle aktuell geplanten und im Bau befindlichen Projekte im Zeitplan umgesetzt werden und wir von einem mittleren Nachfragewachstum ausgehen, werden wir nicht genug Lithium haben, um die erwartete weltweite Nachfrage 2030 zu decken“, erklärt Studienautor Michael Schmidt von der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) in der BGR.

„Die Primärförderung von Lithium stellt ein Oligopol dar. Das Angebot wird aktuell von zwei Ländern bestimmt. So stellten Australien und Chile knapp 75 % der globalen Bergwerksförderung im Jahr 2020. Je nach Szenario könnten weitere Länder erhebliche Marktanteile bis 2030 hinzugewinnen“, erläutert Schmidt weiter.

In Europa wird Lithium im Moment nicht primär gewonnen, jedoch stehen nach aktuellem Stand potenzielle Zellfertigungskapazitäten von bis zu 1.300 GWh auf dem Papier. Falls es in Europa und speziell Deutschland zukünftig zu einer solchen Fertigung von Batteriezellen kommen sollte, wäre die hiesige Industrie auf den Import von Vorprodukten angewiesen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass eine Selbstversorgung Europas aus Europa 2030 im aufgeworfenen Szenario nur zu etwa 27 bis 34 % möglich wäre. Das Recycling könnte lediglich ca. 3 bis 10 % des Bedarfs in Europa im Jahr 2030 decken. Es würde daher immer noch zu einer hohen Importabhängigkeit kommen. Der Nutzung europäischer Potenziale sollte eine hohe Priorität eingeräumt werden. Die Importabhängigkeit und auch der Umweltabdruck durch den weiten Transport könnten dadurch verringert werden.

Große Unsicherheiten in Prognosen sind in den aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen auf globaler Ebene, Inflation, der Covid-19 Pandemie, der No-Covid Strategie Chinas, unterbrochenen Lieferketten sowie dem Krieg in der Ukraine zu verorten.  

Quelle: BGR/DERA

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