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Durchschlag für S-Bahn-Tunnel Rosenstein in Stuttgart

Durchschlag für S-Bahn-Tunnel Rosenstein in Stuttgart (Foto: Reiner Pfister) Durchschlag für S-Bahn-Tunnel Rosenstein in Stuttgart (Foto: Reiner Pfister)

Die Deutsche Bahn hat unter Beteiligung zahlreicher Ehrengäste den Durchschlag des S-Bahn-Tunnels Rosenstein gefeiert. Die Feier fand am Tunnelportal vor der neuen S-Bahn-Station Mittnachtstraße statt.

Als Redner sprachen Ronald Pofalla, Vorstand für Infrastruktur der Deutschen Bahn AG, Winfried Hermann, Minister für Verkehr des Landes Baden-Württemberg, Thomas Bopp, Vorsitzender des Verbands Region Stuttgart, Peter Pätzold, Baubürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart, Nikolaus Graf von Matuschka, Vorstandsmitglied Hochtief, und Tunnelpatin Andrea Klöber.

Mit dem Ende des Vortriebs für den S-Bahn-Tunnel Rosenstein sind nun über 50 km Tunnel und somit 97 % im Stuttgarter Talkessel gegraben. „Stuttgart 21 steht für die Zukunft des Eisenbahnverkehrs im Südwesten. Bahnkunden profitieren von wegweisenden Verbesserungen nicht nur im Fern- und Regionalverkehr, sondern auch im Nahverkehr in der Region Stuttgart. Allein auf der S-Bahn-Stammstrecke werden wir dank des Pilotprojekts Digitaler Knoten Stuttgart um 20 % leistungsfähiger. Der neue S-Bahn-Tunnel bindet das künftige Rosenstein-Quartier mustergültig in das S-Bahn-Netz ein. Stuttgart 21 bringt die starke Schiene direkt vor die Haustür“, sagte Ronald Pofalla.

„Mit dem heutigen Durchschlag des S-Bahn-Tunnels sind die Tunnelarbeiten im Talkessel beinahe abgeschlossen. Damit ist ein wichtiger Meilenstein für das Gesamtprojekt Stuttgart 21 erreicht. Für unser Ziel einer nachhaltigen Verkehrswende brauchen wir eine starke und klimafreundliche Schiene. Dafür ist eine zeitnahe Fertigstellung von Stuttgart 21 wichtig. Darüber hinaus müssen wir bereits jetzt perspektivisch denken und dürfen mögliche langfristige Entwicklungsmöglichkeiten nicht verbauen“, sagte Winfried Hermann. „Mit dem heutigen Tunneldurchschlag ist der Weg frei zur neuen S-Bahn-Haltestelle Mittnachtstraße, welche ab 2025 die Stammstrecke der S-Bahn verlängert und den Fahrgästen aus dem Stuttgarter Norden und Osten der Region einen attraktiven Umstieg zwischen allen S-Bahn-Linien ermöglicht. Dies bedeutet auch eine Entlastung der stark frequentierten Haltestelle Hauptbahnhof. Der heute durchgeschlagene Tunnel stellt eine reine S-Bahn-Strecke nach Cannstatt her und ist deshalb ein Meilenstein für den weiteren S-Bahn-Ausbau und die Betriebsqualität. Ich freue mich besonders darüber, dass auch die S-Bahn ein wesentlicher Bestandteil des digitalen Schienenknotens Stuttgart sein wird, für den die Regionalversammlung bereits vor zwei Jahren mutige und wegweisende Beschlüsse gefasst hat“, sagte Thomas Bopp.

„Die neue Station Mittnachtstraße mit dem neuen S-Bahn-Tunnel ist ein wichtiger ÖPNV Anschluss für das bestehende Nordbahnhofviertel und das neue Rosensteinviertel. Ein weiterer Baustein zur nachhaltigen Erschließung des neuen Stadtquartiers“, sagte Peter Pätzold.

„Wir haben hier partnerschaftlich und erfolgreich mit der Deutschen Bahn ein wichtiges Zwischenziel für dieses bedeutende Schienenprojekt erreicht. Ich danke allen, die hervorragende Arbeit beim Bau dieses Tunnelabschnitts geleistet und die vielfältigen Herausforderungen souverän gemeistert haben“, sagte Nikolaus Graf von Matuschka.

„Den Mineuren und Verantwortlichen vor Ort gebührt großer Respekt für die erfolgreiche und zügige Arbeit in diesem schwierigen Tunnelabschnitt. Ihnen gilt mein großer Dank. Ich bin über alle Maßen froh, dass die Bauarbeiten ohne Unfälle vonstattengingen, und wünsche allen am Bau Beteiligten weiterhin unfallfreies Arbeiten beim Einbau der Innenschale“, sagte Tunnelpatin Andrea Klöber.

Der S-Bahn-Tunnel Rosenstein

Der S-Bahn-Tunnel Rosenstein ist 1.170 m lang. Er verbindet die neue Neckarbrücke in Bad Cannstatt mit der neuen S-Bahn-Station Mittnachtstraße. Die neue Haltestelle erschließt das dank Stuttgart 21 entstehende neue Stadtviertel Rosenstein-Quartier und verlängert die S-Bahn-Stammstrecke.

Mit dem Bau des Tunnels wurde 2012 eine Arbeitsgemeinschaft aus den Unternehmen Hochtief (Federführung), Bemo Tunneling und Wayss & Freytag beauftragt. Im Bauumfang eingeschlossen ist der Bau des Tunnels Bad Cannstatt (zwei Röhren à 3.507 m). Dadurch ergibt sich eine Tunnelbauleistung von rund neun Kilometern mit einem Auftragswert von rund 285 Mio. Euro.

Stuttgart 21

Stuttgart 21 ist die komplette Neuordnung des Bahnknotens Stuttgart. Das Gemeinschaftsprojekt wurde 2009 mit dem Finanzierungsvertrag von Bund, Land Baden-Württemberg, Landeshauptstadt Stuttgart, Verband Region Stuttgart, Flughafen Stuttgart GmbH und der Deutschen Bahn beschlossen. Gebaut werden vier neue Bahnhöfe, 57 km neue Schienenwege, die mit bis zu 250 km/h befahren werden, 59 km Tunnelröhren, 16 Tunnel und Durchlässe sowie 18 Brücken.

Dieser Abschnitt des Kernnetzkorridors Rhein-Donau ist ein wichtiges Verbindungsstück des transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-V). Das Bahnprojekt Stuttgart.Ulm ist das größte Projekt in Deutschland, das vom EU-Verkehrsförderungsprogramm „Connecting Europe Facility“ unterstützt wird. Stuttgart 21 trägt dazu bei, die Reisezeiten erheblich zu verkürzen, schließt den Flughafen an den Fern- und Regionalverkehr an und verlagert so Verkehr von der Straße auf die Schiene.

Beispiele:

  •     Frankfurt–Ulm: 1:49 Stunden statt heute 2:19 Stunden
  •     Heidelberg–Stuttgart Flughafen: 45 Minuten statt heute 1:28 Stunden
  •     Stuttgart Hbf–Flughafen: 8 Minuten statt heute 27 Minuten
  •     Stuttgart–Ulm: 31 Minuten statt heute 56 Minuten

Der künftige Durchgangsbahnhof ermöglicht viele neue umsteigefreie Verbindungen im Regionalverkehr und entlastet so auch die S-Bahn mit ihrem täglich hohen Fahrgastaufkommen.

Quelle: DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH

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