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Eine zunehmend wichtige Anforderung an U-Bahn-Systeme: Resilienz

Interessante Fachbeiträge und intensive Diskussionen; Quelle STUVAKlaproth Interessante Fachbeiträge und intensive Diskussionen; Quelle STUVAKlaproth

Forschungs- und Entwicklungsarbeit der STUVA

Im April fand in Düsseldorf ein Seminar-Workshop zum Thema „Verfügbarkeit des ÖPNVs in Krisenlagen“ statt, veranstaltet von der STUVA in Kooperation mit dem VDV – Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (Bild). Dieser befasste sich mit der Frage, wie ÖPNV-Systeme im Allgemeinen und U-Bahn-Anlagen im Speziellen in Zukunft resilienter – also widerstandsfähiger – gestaltet werden können.

Denn vor dem Hintergrund stetig steigender Fahrgastzahlen einerseits und diversen möglichen Ereignissen wie beispielsweise Naturkatastrophen, technischen Unglücken und Terrorismus andererseits rückt der Aspekt „Sicherstellung der Verfügbarkeit“ immer stärker in den Fokus der Verkehrsunternehmen.

Zweckmäßigerweise werden Resilienzkonzepte auf Grundlage des Resilienzzyklus erarbeitet, der den Ansatz der kontinuierlichen Verbesserung verfolgt. Der 1. Schritt bezieht sich darauf, den Eintritt eines Ereignisses zu vermeiden. Im 2. Schritt sind Maßnahmen bereitzuhalten, um ein Ereignis effektiv zu bewältigen. Im 3. Schritt gilt es, die ÖPNV-Systeme möglichst einfach wiederherstellen zu können. Im 4. Schritt kann auf Basis vorangegangener Schritte besser vorgesorgt werden. Danach beginnt der Zyklus wieder von vorn. Für ÖPNV-Systeme bedeutet Resilienz insbesondere, dass ein Kapazitätseinbruch infolge eines Ereignisses nicht so gravierend ist bzw. schneller kompensiert werden kann. Entsprechende Maßnahmen lassen sich in folgende Bereiche gliedern:

  • Betrieb
  • Bauwerke
  • Nutzer

Im Rahmen der Veranstaltung wurden aktuelle Entwicklungen mit den zahlreichen anwesenden Expertinnen und Experten aus der Praxis diskutiert. Dabei wurden unter anderem die nachstehenden Punkte identifiziert, auf die in Zukunft ein besonderes Augenmerk zu richten sein wird.

Betrieb

Krisensituationen im ÖPNV-Bereich treten nur selten auf. Vor allem mit den sogenannten intendierten Szenarien (Kriminalität, Sabotage, Terrorismus etc.) haben viele Verkehrsunternehmen in Deutschland glücklicherweise bislang noch keine oder nur geringe Erfahrungen gemacht. Gerade aus diesem Grund sollte das zu entwickelnde Krisenmanagement als konsequent weitergedachtes Störfall- und Notfall-Management verstanden werden. Denn nur so ist gewährleistet, dass individuelles Wissen von verantwortlichen Mitarbeitern auch in Stresssituationen verfügbar ist. Wichtig ist, dass die Zulässigkeit der hierfür erforderlichen Improvisation und Flexibilität vorab ebenso bekannt ist wie zu berücksichtigende Entscheidungsabläufe.

Zum Ausgleich bzw. zur Abfederung von Kapazitätsengpässen kommt der vorausschauenden Planung von Ersatzverkehren eine besondere Bedeutung zu. Zu diesem Zweck bietet sich die Modellierung des Ausfalls einzelner Stationen mittels Verkehrsmodellen an. Ergänzend zu diesem strategischen Werkzeug werden in Zukunft die Disponenten in der Leitstelle durch digitale Lösungen, wie eine algorithmenbasierte automatisierte Umleitungsempfehlung, unterstützt werden. Trotz aller Technik wird den Fahrgästen als „Sensoren“, die Ereignisse zuverlässig zu „detektieren“ vermögen, weiterhin eine besondere Bedeutung zukommen.

Bauwerke

Eine wesentliche Aufgabe für die Verkehrsunternehmen bzw. Eigentümer der Bauwerke wird es zukünftig sein, Erfahrungen aus längerfristig geplanten Reparatur- und Sanierungsarbeiten an den Tunneln und Stationen für unerwartete Ereignisse kurzfristig nutzbar zu machen. Vor dem Hintergrund des Klimawandels und den damit verbundenen stärkeren Niederschlagsereignissen kommt zudem dem Schutz von U-Bahn-Anlagen vor Überflutung eine besondere Bedeutung zu. Teils umfangreiche Schutzmaßnahmen in Form von Schotttoren im Bereich der Rampenbauwerke etc. sind bereits verbreitet in Planung oder im Bau.

Bemerkenswert ist, dass durch die neue „Verordnung über den Bau und Betrieb der Straßenbahnen – BOStrab“ (2016) bereits eine rechtliche Grundlage existiert, nach der auch die Resilienz erhöhende Maßnahmen förderfähig sind. Denn gemäß §3, Abs. 1, Pkt. 8 müssen „Betriebsanlagen und Fahrzeuge … insbesondere so gebaut sein, dass Störungen im Betriebsablauf zügig beseitigt werden können.“ Dazu können beispielsweise zusätzliche Weichen zählen, um eine eingleisige Not-Befahrbarkeit (in Gegenrichtung) herzustellen, die eine Sortierung der im Netz befindlichen Fahrzeuge ermöglicht.

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