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Erstes Halbjahr 2019: Ergebnis der Implenia Gruppe bestätigt Erwartungen

  • Implenia erzielt im ersten Halbjahr 2019 ein EBITDA von CHF 72,9 Mio.
  • Implenia bestätigt die Gewinnerwartung für das Übergangsjahr 2019 sowie die mittelfristige EBITDA-Zielmarge
  • Alle Divisionen tragen zum positiven Ergebnis bei, insbesondere die Entwicklung und der Hochbau erzielten sehr gute Resultate
  • Die initiierten Korrekturmassnahmen wirken; Tiefbau und Spezialitäten sind trotz guter unterliegender Performance erwartungsgemäss noch negativ beeinflusst
  • Die neue Organisation greift und ermöglicht – durch klare Rollen und Verantwortlichkeiten – eine rasche Umsetzung der strategischen Initiativen


Das Ergebnis der Implenia Gruppe im ersten Halbjahr 2019 bestätigt die Erwartungen. Insgesamt ist die unterliegende Performance der Divisionen gut. Die Divisionen Entwicklung und Hochbau liefern überzeugende Ergebnisse und verfügen über qualitativ hochstehende Entwicklungsprojekte, respektive Auftrags­volumina. In den Divisionen Tiefbau und Spezialitäten wirken die Ende 2018 im Rahmen der angepassten Ergebniserwartung kommunizierten Massnahmen bei den Projekten in Norwegen und Polen wie gewünscht. Die entsprechenden Projekte laufen aber – wie im Outlook für das laufende Geschäftsjahr berücksichtigt – ohne Deckungsbeitrag weiter und belasten damit die Gesamtmarge dieser Divisionen. Die korrigierten Projekte in Südbaden – rapportiert in der Division Hochbau – waren per Ende 2018 abgeschlossen. Implenia hat keinen weiteren, unerwarteten Korrekturbedarf identifiziert.

Bei der Umsetzung der neuen Strategie ist Implenia auf Kurs und hat bereits sehr gute Fortschritte erzielt: Die neue Organisation hat sich in kürzester Zeit erfolgreich etabliert und zeigt Wirkung. Die Divisionen nehmen ihre länderübergreifenden Aufgaben wahr und zeichnen für ihr Ergebnis verantwortlich. Zur strategischen Priorität «Profitables Wachstum» wurde der neue Value Assurance-Ansatz eingeführt, und erste Projekte werden bereits integral entlang dieses Prozesses geführt. Mit der Initiative «Procurement Excellence» wurden kurzfristig Erfolge im Einkauf erzielt, ebenso wird an mittel- bis langfristigen Massnahmen gearbeitet.

Die Märkte, in denen Implenia tätig ist, sind weiterhin attraktiv. Der Auftragsbestand bleibt trotz einer selektiveren Projektauswahl hoch. Implenia bestätigt deshalb das EBITDA-Ziel für das Übergangsjahr 2019 von über CHF 150 Mio. (exkl. IFRS 16) vor den Kosten zur Strategieumsetzung von rund CHF 20 Mio.. Zugleich bestätigt Implenia die mittelfristige EBITDA-Zielmarge von 5,25% bis 5,75% (exkl. IFRS 16).

Implenia hat im ersten Halbjahr 2019 einen Umsatz von CHF 2.184 Mio. (Vorjahr CHF 2.124 Mio.) erwirtschaftet, was einem Plus von 2,8% entspricht. Zurückzuführen ist das Wachstum in erster Linie auf die erfolgreiche Internationalisierung im Tiefbau. Implenia erzielt im ersten Halbjahr 2019 ein EBITDA von CHF 72,9 Mio. (exkl. IFRS 16: CHF 41,4 Mio.). Das operative Ergebnis (exkl. PPA) der Gruppe ist mit CHF 11,4 Mio. erwartungsgemäss unter dem Vorjahreswert (CHF 27,2 Mio.). Zwei Drittel des Rückgangs sind auf die Effekte der per Jahresende 2018 vorgenommenen Korrekturen zurückzuführen, ein Drittel auf die Umsetzung der neuen Strategie. Bis jetzt entstanden dabei insgesamt rund CHF 10 Mio. an Kosten zur Umsetzung der Strategie; vor allem für die Initiativen Value Assurance, Procurement Excellence, für das ERP-Transformationsprojekt INSPIRE sowie für die Umsetzung der neuen Organisation. Unter dem Strich erzielt die Gruppe ein Konzernergebnis von CHF 0,5 Mio. (Vorjahr: CHF 8,9 Mio.).

Der saisonal beeinflusste Free Cashflow liegt bei CHF -167,5 Mio. (exkl. IFRS 16: CHF -196,9 Mio., Vorjahr: CHF -138,9 Mio.). Dies aufgrund höherer Investitionen in den Maschinenpark, Investitionen ins Portfolio der Division Entwicklung und fristgerechterer Zahlungen von Kreditoren. Weiterer Grund sind Verschiebungen hoher Zahlungseingänge aus Grossprojekten. Insgesamt bleibt die operative Entwicklung der Gruppe positiv: Trotz stärkerer Projektselektion ist der Auftragsbestand mit CHF 6.369 Mio. (Vorjahr: CHF 6.234 Mio.) hoch.

Division Entwicklung – erfreuliches Ergebnis und gute Aussichten

Die Division Entwicklung erzielte in den ersten sechs Monaten ein erfreuliches Ergebnis. Erfolgreiche Verkäufe von Immobilienprojekten wie KIM inno-living in Winterthur haben dazu beigetragen, dass das EBITDA der Division im ersten Semester auf CHF 27,4 Mio. (exkl. IFRS 16: CHF 27,1 Mio., Vorjahr: CHF 23,0 Mio.) gestiegen ist. Zusätzlich wurden die Investitionen ins Portfolio der Division um CHF 13,5 Mio. auf CHF 198,8 Mio. (31.12.2018: CHF 185,3 Mio.) erhöht. Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt unverändert in den Wachstumsregionen im Grossraum Zürich und dem Arc Lémanique. Die Kombination aus dem Projektportfolio, der Qualität der aktuellen Projekte und der unverändert starken Marktnachfrage an Investitionsliegenschaften bietet gute Voraussetzungen für den Auf- und Ausbau, neu zum Beispiel auch in Deutschland.

Division Hochbau – Auftragsqualität nimmt zu

Auch die Division Hochbau hat in den ersten sechs Monaten ein erfreuliches Ergebnis erzielt. Das Volumen in der Schweiz und Österreich ist leicht über dem Vorjahr. In Deutschland führten vor allem Engpässe bei gewissen Gewerken zu einem Volumen leicht unter Vorjahresniveau. Nach dem deutlichen Umsatzwachstum im Vorjahr fokussierte sich die Division in der Auftragsauswahl strategiegemäss stärker auf komplexe Grossprojekte. Die bewusst selektivere Akquisition führte zwar zu einem geringeren Auftragsvolumen von CHF 2.771 Mio. (Vorjahr: CHF 3.333 Mio.), verbesserte aber dessen Qualität. Obwohl der Umsatz leicht auf CHF 1.103 Mio. (Vorjahr: CHF 1.119 Mio.) gesunken ist, hat sich das EBITDA gegenüber dem Vorjahr stabil bei CHF 21,3 Mio. (exkl. IFRS 16: CHF 16,6 Mio.) gehalten. Die Division Hochbau ist in der Schweiz, Deutschland und Österreich gut positioniert, um Marktchancen wie die fortschreitende Urbanisierung zu nutzen.

Division Tiefbau – international Marktchancen nutzen

Grossprojekte im Tunnelbau und der Spezialtiefbau haben in der Division Tiefbau für ein deutliches Umsatzwachstum von 7,7% auf CHF 1.118 Mio. gesorgt. Das Ergebnis im unterliegenden Geschäft hat sich gut entwickelt. Das EBITDA liegt bei CHF 18,5 Mio. (exkl. IFRS 16: CHF -4,5 Mio., Vorjahr: CHF 5,3 Mio.).

Die Ende 2018 kommunizierten Korrekturen in Norwegen haben – wie im Outlook für das laufende Geschäftsjahr berücksichtigt – folgende negativen Effekte auf das Ergebnis: Erstens liefern die weiterlaufenden Projekte keinen Deckungsbeitrag. Und zweitens belasten sie dadurch die Gesamtmarge der guten, unterliegenden Performance dieser Division. Positiv zu vermerken ist, dass die bereinigenden Massnahmen in Norwegen greifen und es keine weiteren, unerwarteten Korrekturen gab. Zusätzlich konnte die Qualität der Aufträge durch Risiko- und Kontrollprozesse bei neuen Projekten gesteigert werden.

Vielversprechende Projektgewinne (wie z. B. ein drittes Los beim Grand Paris Express oder eine neue Bahnlinie mit Bahnhof in der norwegischen Stadt Moss) und eine hohe Auslastung zeigen, dass die Division Tiefbau sich gut positioniert hat, um künftige Marktchancen in den Megatrends Mobilität und Investitionen in die Infrastrukturen effizient zu nutzen.

Division Spezialitäten – Nischenangebote und Innovationskraft

Im ersten Halbjahr lag der Umsatz in der Division Spezialitäten bei CHF 119,6 Mio., was eine Reduktion um 14,2% bedeutet. Das EBITDA ist auf CHF 6,5 Mio. (exkl. IFRS 16: CHF 6,3 Mio., Vorjahr: CHF 11,6 Mio.) gesunken, und auch das Auftragsbuch liegt mit CHF 143,6 Mio. um 11,6% unter dem Vorjahreswert. Die per Ende 2018 korrigierten weiterlaufenden Projekte in Polen liefern – wie im Outlook für das laufende Geschäftsjahr berücksichtigt – keinen Ergebnisbeitrag. Zudem beeinflusste im ersten Halbjahr 2019 ein – aufgrund von Projektverzögerungen – geringerer Umsatz im Bereich Windenergie der Tochtergesellschaft BBV die Performance der Division negativ. Dem gegenüber steht eine hohe, erfolgreiche Akquisitionstätigkeit, zum Beispiel im Holzbau.

In den vergangenen Monaten wurde ein Grossteil der Strategien der Geschäfte in dieser Division überprüft, der Prozess wird bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Ziel ist es, die fundamentalen Veränderungen in der Bauindustrie zu nutzen und die Innovationskraft von Implenia zu beschleunigen. Bestehende, profitable Angebote werden skaliert, oder Implenia gibt Tätigkeiten auf, für die das Unternehmen nicht der richtige Besitzer ist, um nachhaltig Wert zu schaffen. Ab September startet die neue Leiterin, Anita Eckardt, und wird mit ihrem Team an der weiteren Gestaltung der Zukunft der Division Spezialitäten arbeiten.

Neue Strategie wird konsequent umgesetzt

Die Implementierung der neuen Strategie verläuft nach Plan entlang der vier angekündigten Prioritäten «Portfolio», «Profitables Wachstum», «Innovation» sowie «Talente & Organisation».

Durch einen signifikant umfassenderen Value Assurance-Ansatz (ehemals Risikomanagement), mit dem erste Projekte gestartet wurden – und der gerade bei allen grösseren Projekten ausgerollt wird – verbessern sich der bisherige Risiko-Management-Prozess und die Kontrolle. Datengestützte Instrumente begleiten die Entscheidungsprozesse. Value Assurance setzt bereits bei der Auftragsselektion an, die jetzt selektiver auf die Chancen und Risiken in Bezug auf ihren Ergebnisbeitrag zielt und begleitet die Projekte bis zum Ablauf der Garantiezeit. Durch die Klassifizierung aller Projekte entlang mehrerer, risikobasierter Dimensionen, klar festgelegter Meilensteine und Entscheidungsgremien, können bessere Entscheidungen in der Genehmigung und Überwachung der Projekte erzielt werden. Der neue Value Assurance-Ansatz wird schrittweise auf alle Projekte ausgeweitet.

Erste Erfolge verzeichnet auch das Programm «Procurement Excellence». In Supplier Summits und intensiven Gesprächen mit den wichtigsten Lieferanten und Subunternehmern wurde die bestehende Zusammenarbeit optimiert und gemeinsame Ideen für künftige Partnerschaften skizziert. Zudem sorgen klare Einkaufsstrategien für wichtige Produktgruppen dafür, dass Implenia Opportunitäten wie Bündelungen und/oder internationalen Einkauf stärker nutzt.

Für profitables Wachstum bleibt auch Lean Construction weiterhin ein wichtiges Thema. Dank verschiedener erfolgreicher Pilotprojekte wurden die Lean Standards weiterentwickelt und in einer Toolbox zusammengefasst. Die Toolbox ist ein modularer Baukasten mit Elementen für eine reibungslose, effiziente und effektive Organisation sowie für die Zusammenarbeit der Akteure in Projekten und auf Baustellen.

Parallel arbeitet Implenia weiter an der Harmonisierung und Digitalisierung der Prozesse: das ERP-Transformati­onsprojekt INSPIRE, welches die Kernprozesse und wichtigsten Systemschnittstellen umfasst, verläuft nach Plan. Building Information Modeling (BIM) wird schrittweise standardisiert, so dass die Methodik noch einfacher multiplizierbar ist. Momentan liegt der Fokus auf Anwendungsfällen in der Angebotsphase, einige Pilotprojekte in der Ausführungsphase werden ebenfalls vorangetrieben.

Die neue Organisation mit vier Divisionen (Entwicklung, Hochbau, Tiefbau, Spezialitäten), globalen Funktionen (Fi­nance, HR, Legal, Strategy, Group IT, Marketing/Communications) und dem Kompetenzzentrum «Project Excellence & Services» sowie den Länderpräsidenten wurde schnell und effektiv eingeführt. Sie ermöglicht nicht nur eine rasche Umsetzung unserer strategischen Initiativen. Sondern schafft mit ihrer Einfachheit und Konsistenz klare Rollen und Verantwortlichkeiten sowie ein Mehraugenprinzip für die Selektion, Genehmigung und Überwachung von Projekten. Zudem stärkt die neue Organisation das Unternehmertum in den Divisionen, die gruppenweite Exzellenz in den Themen der globalen Funktionen und fördert durch die Länderorganisationen enge, lokale Beziehungen mit den Kunden und weiteren Anspruchsgruppen vor Ort.

Auch in weiteren strategischen Prioritäten und Themen wurden gute Fortschritte erzielt: Innerhalb der Division Spezialitäten baut ein cross-divisionales Kernteam derzeit den neuen Implenia Innovation Hub auf und lanciert diesen im September. Damit startet eine digitale, allen Mitarbeitenden zugängliche Plattform für Intrapreneurship. Sie dient als Katalysator von Ideen und ermöglicht mit gezielter Finanzierung der priorisierten Ideen neue Geschäfte und Geschäftsmodelle. In der Nachhaltigkeit will Implenia weiterhin führend sein. So wurde der für eigene Entwicklungsprojekte definierte Umweltstandard – er folgt dem Standard «Nachhaltiges Bauen Schweiz» – intern ausgerollt. Nach wie vor unternimmt Implenia mit Sicherheits- und Gesundheitskonzepten, guter Ausrüstung sowie gezielter Ausbildung auch viel, um ein hohes Bewusstsein für die Sicherheit ihrer Mitarbeitenden im Alltag auf den Baustellen zu erreichen. Bei den Berufsunfällen konnte Implenia die Zahl an Ereignissen in den vergangenen Jahren so markant senken.

Implenia bestätigt Ziele

Die Bilanz präsentiert sich solide. Der Bestand an flüssigen Mitteln fällt, wie aus dem Free Cashflow Statement ersichtlich, tiefer aus, ist aber mit CHF 704,7 Mio. nach wie vor hoch (31.12.2018: CHF 913,2 Mio.). Die rapportierte Bilanzsumme beträgt CHF 2953 Mio. (exkl. IFRS 16: CHF 2822 Mio.).

Die Eigenkapitalquote ist aufgrund von IFRS 16 wie erwartet mit 19,3% kurzzeitig zum Halbjahr unter 20,0% (exkl. IFRS 16: 20,2%), bleibt jedoch auf vergleichbarem Niveau (31.12.2018: 20,5%). Damit weist die Gruppe im Branchenvergleich weiterhin eine solide Eigenkapitalbasis auf und zeigt sich für die Entwicklung der nächsten sechs Monate zuversichtlich. Dies aufgrund der im Vergleich zum Vorjahr tieferen PPA-Amortisation sowie dem prognostizierten Ergebnis. Implenia bekennt sich klar zur Aufrechterhaltung seines Investment-Grade-Ratings.

Die Prognosen bezüglich der Marktentwicklung in all unseren Heimmärkten bleiben positiv. Dabei soll der Tiefbau ein insgesamt stärkeres Wachstum als der Hochbau zeigen. Vor diesem Hintergrund blickt Implenia zuversichtlich in die Zukunft und bestätigt deshalb das EBITDA-Ziel für das Übergangsjahr 2019 von über CHF 150 Mio. (exkl. IFRS 16) vor den Kosten zur Strategieumsetzung von rund CHF 20 Mio. und die mittelfristige EBITDA-Zielmarge von 5,25% bis 5,75% (exkl. IFRS 16).

Quelle: Implenia

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