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Erstmals Staubprobe aus Einlagerungskammer 7 der Schachtanlage Asse II entnommen

Eine Erstauswertung der Probe ergab, dass im Staub neben dem natürlichen Radionuklid Kalium-40, das in Teilen des Salzes der Asse enthalten ist, Spuren von Cäsium-137 und Blei-210 vorhanden sind. Das radioaktive Blei in der Probe ist ein Zerfallsprodukt von Radon, das in der Natur und in den radioaktiven Abfällen gleichermaßen vorkommt.

Die Staubprobe vom 5. September 2018 ist die erste in einer Reihe von Feststoffproben aus der Einlagerungskammer 7 auf der 750-Meter-Ebene (Sohle). Dort sind in den 1970er Jahren schwach- und mittelradioaktive Abfälle eingelagert worden.

Ziel der Erkundung der Einlagerungskammer ist es, eine gesicherte Erkenntnislage über den Zustand der Kammer und der darin enthaltenen Stoffe zu bekommen und eine genehmigungsfähige und sichere Bergungstechnik für die Rückholung zu entwickeln.

Im August 2017 ist die Kammer mit einer Bohrung erreicht worden. Zunächst sind Gasproben entnommen worden. Auch Videoaufnahmen aus dem Inneren der Einlagerungskammer liegen vor. Die Fässer, die in der Kammer liegen, sind mit einer dicken Staubschicht bedeckt, in der sich radioaktive Stoffe befinden können. Proben aus dieser Schicht können Aufschluss über den Zustand der Abfallbehälter geben, da eine höhere Konzentration bestimmter Stoffe auf beschädigte Behälter hinweisen könnte.

Für eine solche Beprobung stand kein marktübliches Gerät zur Verfügung. Deshalb haben Mitarbeiter der Strahlenschutz- sowie der Bohrabteilung der Schachtanlage Asse II einen Industriestaubsauger so umgebaut, dass eine Saugeinrichtung durch das Bohrloch geführt und durch eine mitgeführte Kamera auch eine Steuerung möglich wird. Die Apparatur wurde mehrfach in der Erprobungsphase angepasst. Begleitend zur Entwicklung des Geräts wurden die zuständigen Behörden und Sachverständigen fortlaufend über die genehmigungsrechtlich einwandfreie Handhabung informiert und das übliche Arbeitsfreigabeverfahren durchgeführt.

Bei der ersten Entnahme einer Staubprobe am 5. September wurde die Saugeinrichtung durch das Bohrloch gefädelt und von einem Abfallbehälter Staub in eine spezielle Kartusche abgesaugt. Während der Arbeiten war der sichere Bohrlochverschluss jederzeit gegeben. Weiterhin haben die Mitarbeiter mit besonderer persönlicher Schutzausrüstung gearbeitet.

Um eine Verschleppung von radioaktiven Stoffen innerhalb des Strahlenschutzbereichs zu vermeiden, wurde eine Kontaminationsschutzzone eingerichtet. Der Strahlenschutzbereich trennt die Faktenerhebung vom restlichen Grubengebäude ab.

Die Radonmesswerte in der Einlagerungskammer sind bereits mit der Gasprobe ermittelt worden. Weitere Auswertungen dieser und der folgenden Proben in den Laboren der Schachtanlage Asse II und externen Laboren werden folgen.

Quelle: BGE

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