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Freiberger Forscher gehen Mikroorganismen im Iberischen Kupfergürtel auf die Spur

Vom 7. bis 11. März 2016 sind 20 Forscher des Biohydrometallurgischen Zentrums der TU Bergakademie Freiberg in Südspanien unterwegs und untersuchen die mikrobiellen Prozesse in der Region.

Der Bergbau im Iberischen Kupfergürtel hat eine langjährige Geschichte. Seit 5000 Jahren wird dort nicht nur überwiegend Kupfer abgebaut, sondern seit mehr als 130 Jahren auch Sulfide sowie Verbindungen aus Metallen und Schwefel. Diese Metallsulfide gaben dem Fluss Rio Tinto, der von der Quelle bis zur Mündung rot gefärbt ist, seinen Namen. Die Ursache dafür ist eine hohe Konzentration an Eisen(III)-Ionen, die bei der Verwitterung und Oxydation von Pyrit gelöst werden. Eine bedeutende Rolle spielen dabei Eisen und Schwefel oxydierende Mikroorganismen.


Diese Mikroorganismen faszinieren die Wissenschaftler der TU Bergakademie Freiberg. „Mit ihrer Hilfe können beispielsweise seltene chemische Elemente in Wasser gelöst und gewonnen werden, was sonst nur mit erheblichem mechanischem Aufwand möglich wäre“, erklärt Prof. Carsten Drebenstedt, Dekan der Fakultät für Geowissenschaften, Geotechnik und Bergbau.

Während ihres Aufenthaltes in Südspanien untersuchen die Nachwuchswissenschaftler diese Stoffumwandlungsprozesse. Gemeinsam mit Prof. Domingo Javier Carvajal Gomez von der Universität Huelva machen sie sich mit der Geologie, dem Bergbau und der Verhüttung sowie mit den Umweltfolgen des Bergbaus vertraut und führen Gespräche mit Experten. Besonders interessant sind dabei die Besichtigung von Bergwerken für großskaligen Kupferbergbau, die Aufbereitung und die mikrobiellen Prozesse im Rio Tinto, in den sauren Seen und im Untergrund.

Dieser interdisziplinäre Ansatz begeistert den Mikrobiologen Professor Michael Schlömann und den Bergbau-Professor Carsten Drebenstedt, die die fachübergreifend zusammengesetzte Gruppe begleiten. „Verschiedene Mikroorganismen spezialisieren sich auf verschiedene Aufgaben und arbeiten in Biofilmen und Kolonien eng zusammen, um erfolgreich sein zu können. Das ist eigentlich ein schönes Beispiel für die Zusammenarbeit in unserem Graduiertenkolleg,“ resümiert Prof. Schlömann.

Das Biohydrometallurgische Zentrum ist eine Graduiertenschule, an der sich junge Wissenschaftler aus verschiedenen Fachgebieten – von Mineralogie und Geologie über Chemie und Mikrobiologie bis zu Bergbau, Aufbereitung und Metallurgie – mit den Themen der Gewinnung von seltenen Metallen mittels spezieller Mikroorganismen befassen. Es wird für fünf Jahre von der Dr.-Erich-Krüger-Stiftung unterstützt, um neuen, innovativen Arbeitsfeldern, die in Freiberg und Sachsen eine wirtschaftliche Zukunft haben könnten, Starthilfe zu leisten.

Quelle: TU Bergakademie Freiberg

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