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Hannoversche Moorgest: Tausende Jahre alte Moore werden renaturiert

Landesbeauftragte Dinah Stollwerck-Bauer begleitete offiziellen Baubeginn des Moorschutz-Projekts des Niedersächsischen Umweltministeriums

Ende September 2021 war Dinah Stollwerck-Bauer, Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Leine-Weser, gemeinsam mit dem Niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies zu Besuch in der Hannoverschen Moorgest. Anlass war der Baubeginn zur Renaturierung des Ottenhagener Moors. Zu dem Termin hatte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) eingeladen, der das Projekt im Auftrag des Umweltministeriums mit der Region Hannover umsetzt. Weiterhin waren Hauke Jagau (Präsident Region Hannover), Anne Rickmeyer (Direktorin NLWKN) und Susanne Brosch (Projektmanagerin NLWKN) anwesend.

„Moore haben einen ganzheitlich positiven Effekt auf Mensch, Tiere und Pflanzen. Die Sicherung dieser Feuchtgebiete ist ein wichtiger Bestandteil des Klimaschutzes. Die Hannoversche Moorgest ist auch deshalb ein Vorzeigeprojekt, weil alle Projektbeteiligten sowie die Bevölkerung gut eingebunden waren und kooperiert haben, um den Schutz dieser wertvollen Moorlandschaft auf den Weg zu bringen“, sagte Dinah Stollwerck-Bauer, Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Leine-Weser, vor Ort.

„Intakte Moore sind aktive Ökosysteme. Sie sind ein Gewinn für den Naturschutz, den Wasser- und Nährstoffhaushalt und das Klima“, sagt Umweltminister Olaf Lies. „Der Erhaltungszustand unserer letzten verbliebenen Hochmoore ist jedoch überwiegend schlecht. Deshalb drängt die Zeit – wir müssen handeln. Mit diesem großen Leuchtturmprojekt steuern wir aktiv gegen den Trend.“

Bei dem EU-LIFE+-Projekt „Hannoversche Moorgeest“ haben im September 2021 die ersten vorbereitenden Maßnahmen zur Anhebung der Wasserstände im Otternhagener Moor, dem ersten der vier Moore, begonnen. Es werden Entwässerungsgräben verschlossen und Verwallungen aus örtlich anstehendem Torf aufgesetzt. Dies verhindert den Abfluss von Regenwasser und trägt maßgeblich dazu bei, dass sich der Torfkörper der bis zu 6.000 Jahre alten Moore wieder mit Wasser sättigen kann. Noch in diesem Herbst folgt das Schwarze Moor und im kommenden Jahr beginnen die Arbeiten im Bissendorfer und Helstorfer Moor.

2012 hat die EU-Kommission das Life+-Projekt „Hannoversche Moorgeest“ bewilligt, damit vier Hochmoore in der Region Hannover wiedervernässt werden können. Seit Ende 2012 läuft begleitend vom Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser das Flurbereinigungsverfahren „Hannoversche Moorgeest“ mit etwas über 900 Grundeigentümern und einer Fläche von knapp 2.300 Hektar. Mit der Einleitung wurde ein Vorstand gewählt, der die Interessen, aller Teilnehmer vertritt und durch örtliche Kenntnisse wichtige Informationen zum Verfahren liefert. Der Vorstand arbeitet eng mit der Flurbereinigungsbehörde zusammen und hat beispielsweise bei der Wertermittlung mitgewirkt. Diese war in diesem Flurbereinigungsverfahren besonders, da es hier um Moorflächen geht. Dafür wurde ein forstwirtschaftliches Gutachten beauftragt. Dieser Verfahrensschritt hat in der Flurbereinigung eine hohe Bedeutung, da es höchstes Ziel ist, die Teilnehmer wertgleich abzufinden.

In diesem Verfahren war es von hoher Bedeutung, die Flächen für den Naturschutz bereitzustellen, weshalb den Eigentümern vielfältige Angebote gemacht wurden. Dabei konnten diese zwischen einem Flächentausch in eine Waldfläche, in Grünland oder in Ackerland wählen. Sie konnten ihre Moorfläche verkaufen, oder auch einen Gestattungsvertrag abschließen und damit dem Land die Nutzung der Flächen für die nächsten 30 Jahre gestatten. Damit konnten bis zum heutigen Tag mit 750 Teilnehmern einvernehmliche Lösungen gefunden werden. Damit stehen knapp 90 % der benötigten Flächen für das Naturschutzvorhaben zur Verfügung.

Quelle: Land Niedersachsen

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