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JD Neuhaus

Hier findet die Erde ihre Bewehrung

Sie lenken als Geschäftsführer die Geschicke der Naue GmbH & Co. KG (v.l.): Sebastian Naue, Alexander Naue und Ralph-Friedrich Peter (Foto: Naue GmbH & Co. KG). Sie lenken als Geschäftsführer die Geschicke der Naue GmbH & Co. KG (v.l.): Sebastian Naue, Alexander Naue und Ralph-Friedrich Peter (Foto: Naue GmbH & Co. KG).

Im Hochbau ist stahlbewehrter Beton unersetzlich. Eine vergleichbare Entwicklung vollzieht sich seit über 50 Jahren im Tiefbau mit kunststoffbewehrter Erde und Geokunststoffen. Das Familienunternehmen Naue im ostwestfälischen Espelkamp gehört zu den weltweiten Marktführern auf diesem Gebiet.

Im Jahre 1954 gründeten Helmut und Friedrich-Wilhelm Naue einen Betrieb zur Fertigung von Sitzschalen für die Automobilindustrie. Schon frühzeitig suchten sie nach weiteren Anwendungen für ihre Produktionskapazitäten und erkannten in der Bauwirtschaft ein vielversprechendes Gebiet.

Geokunststoffe bieten anerkannte ökologische und ökonomische Vorteile. Viele Bauvorhaben ließen sich heute ohne Geokunststoffe wegen der sonst enormen Kosten nicht mehr realisieren. Ihr Einsatz im Erdbau bedeutet generell weniger Boden- und Materialbewegungen, was die öffentliche Infrastruktur erheblich entlastet und die Kosten für die Deponierung von Bodenaushub senkt.

Das Einsatzspektrum reicht vom allgemeinen Tief- und Grundbau über Umweltschutz, Bodenbewehrungen, Abdichten von Tunneln, Staudämmen und Deponien bis zur Kolksicherung von Offshoreanlagen und weiteren Wasserbaumaßnahmen. Geokunststoffe erfüllen dabei die Funktionen Dichten, Schützen, Bewehren, Stabilisieren, Trennen, Filtern, Dränen, Verpacken und Erosionsschutz.

1967 spezialisierte sich Naue als Full-Service-Hersteller von Geokunststoffen, indem es den weltweit ersten nicht gewebten, sondern durch Vernadelung mechanisch verfestigten Filtervliesstoff für den Wasserbau vorstellte. Bei dieser mechanischen Verfestigung wird die Gesamtmenge der lose abgelegten Fasern durch wechselndes Einstechen und Herausziehen einer Vielzahl von Nadeln dreidimensional miteinander verschlungen. Dabei erzeugen gekräuselte Spinnfasern, wie sie bei der Vliesstoff-Produktfamilie Secutex verwendet werden, einen festen Zusammenhalt und eine hohe Abriebfestigkeit. Bei der mechanischen Verfestigung entstehen flexible und voluminöse Vliesstoffe, welche die dreidimensionale Bodenstruktur sehr gut nachbilden.

Ein weiteres Beispiel sind die Bentofix-Bentonitmatten – auch bekannt als geosynthetische Tondichtungsbahnen (GTD; bzw. GBR-C für geosynthetic barrier-Clay). Diese bilden eine hydraulische Dichtung aus hoch quellfähigem Natriumbentonitpulver, das vollflächig, richtungsunabhängig und schubkraftübertragend zwischen einem mechanisch verfestigten Deckvliesstoff und einem Bändchengewebe – bzw. einem Verbundstoff aus einem Vliesstoff und einem Bändchengewebe – erosionssicher durch Vernadelung eingekapselt ist. Die drei Schichten – Deckgeotextil, Bentonitdichtungskern und Trägergeotextil – sind fest miteinander verbunden. Durch die Vernadelung werden der Herausziehwiderstand der Fasern und die Langzeitschubkraftübertragung erhöht.

Vliesstoffe der neuen Produktpalette bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen, die biologisch zu 100 % abbaubar sind. Dadurch leistet das Unternehmen einen relevanten Beitrag zur CO2-Reduktion. Die Klimadiskussion verdeutlicht, dass die Einsparung von CO2-Emissionen schon in der Planung und Ausschreibung zu berücksichtigen ist.

Um den ökologischen Herausforderungen gerecht zu werden, führte Naue 2017 ein Umweltmanagement gemäß ISO 14001 ein. Ziel ist, die Umweltauswirkungen der eigenen Geschäftstätigkeit soweit wie möglich zu minimieren und den Umweltschutz zu verbessern. Dies geht Hand in Hand mit dem Energiemanagement (ISO 50001), das individuell auf das Unternehmen zugeschnitten ist.

Großer Wert wird auf die Qualität der Produkte gelegt, welche kontinuierlich geprüft, überwacht und verbessert werden. Das Qualitätsmanagement für die Bereiche Entwicklung, Herstellung, Vertrieb und Anwendungstechnik ist seit 1994 nach ISO 9001 zertifiziert. Zudem erfüllen die Geokunststoffe die gesetzlich geforderte CE-Kennzeichnungspflicht. Mitarbeiter des Unternehmens wirken in zahlreichen nationalen und internationalen Normierungs- und Qualitätssicherungsausschüssen mit. Sie engagieren sich in der Forschung und fördern so die Entwicklung von Geotextilien und deren Anwendungen zum Nutzen des gesamten Geokunststoffmarktes.

Das mittelständische, inhabergeführte Unternehmen übernimmt über die Produktion und Projektbetreuung hinaus auch gesellschaftliche Verantwortung. Schwerpunkt ist die kontinuierliche Aus- und Weiterbildung: am Stammsitz in Deutschland und im schnell wachsenden internationalen Netzwerk. Mit diesem Wechselspiel zwischen Entwicklung und Anwendung leistet Naue seine Beiträge zum globalen Wissenstransfer und profitiert davon.

Amerika, Afrika, Australien und die westeuropäischen Länder waren die ersten Exportmärkte. Je nach Gegebenheit ist Naue mit Tochtergesellschaften, Joint-Venture-Unternehmen oder lokalen Partnern in den Exportländern präsent. Neben dem Angebot an hochwertigen Produkten legt das Unternehmen großen Wert auf einen erstklassigen Kundensupport weltweit.

Im Zuge der Ost-West-Öffnung wurden Anfang der 1990er-Jahre in Osteuropa Tochtergesellschaften etabliert. Die weitere Internationalisierung und die Exportorientierung stehen auf der Agenda ganz vorne. In diesem Zuge wurde Naue Asia zur besseren Versorgung Südostasiens gegründet. Für international tätige Bauunternehmen bietet dies Versorgungssicherheit mit Geokunststoffen aus einer Hand rund um den Globus.

Kontinuität ist wichtige Geschäftsgrundlage für ein strategisch agierendes, mittelständisches Familienunternehmen. Mit dem Eintritt der nächsten Generation von Alexander und Sebastian Naue in die Führungsetage haben die Eigentümer die Weichen in Richtung Zukunftssicherung gestellt.

Über das Unternehmen

  • Name: Naue GmbH & Co. KG
  • Sitz: Espelkamp
  • Tätigkeit: Herstellung von Geokunststoffen für geotechnische Anwendungen
  • Mitarbeiter: 460
  • Umsatz: 126 Mio. € (2018)

Quelle: Eckart Pasche

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