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RWE bekräftigt Ergebnisprognose für 2015

  • Senkung der Nettoverschuldung auf 25,8 Mrd. €
  • Erneuerbare Energien mit deutlicher Ergebnissteigerung
  • Betriebliches Ergebnis der ersten drei Quartale erwartungsgemäß um 9% unter Vorjahr

In den ersten drei Quartalen 2015 hat sich das EBITDA des RWE-Konzerns erwartungsgemäß um 6% auf 4,4 Mrd. € gegenüber dem Vorjahreszeitraum verringert und das betriebliche Ergebnis um 9% auf 2,6 Mrd. €. Ausschlaggebend dafür war der preisbedingte Margenrückgang in der konventionellen Stromerzeugung.

Stark verbessert hat sich die Ertragslage im Unternehmensbereich Erneuerbare Energien: Das betriebliche Ergebnis von RWE Innogy hat sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 251 Mio. € auf 280 Mio. € erhöht. Dazu beigetragen hat vor allem die Inbetriebnahme der neuen Offshore-Windparks Gwynt y Môr vor der Küste von Wales und Nordsee Ost nahe Helgoland. „RWE Innogy startet jetzt richtig durch. Was vor drei Jahren noch ein zartes Pflänzchen war, ist heute ein Erfolgsmodell“, sagte Peter Terium, Vorstandsvorsitzender der RWE AG. „Der Erfolg von Innogy ist Ansporn und Ziel zugleich für unsere anderen innovativen Geschäftsmodelle“, so Terium weiter.

Im Energievertrieb, der europaweit 594 Mio. € (Vorjahr: 605 Mio. €) zum betrieblichen Ergebnis beisteuerte, wirkte sich die gegenüber dem Vorjahreszeitraum kühlere Witterung positiv auf den Gasabsatz aus; dem standen unerwartet hohe Belastungen durch operative und technische Probleme im britischen Energievertrieb gegenüber.

Einen positiven Einmaleffekt auf das Ergebnis hatte, dass der slowakische Energieversorger VSE seit Ende August vollkonsolidiert wird. Der Bilanzierungsänderung ging eine Neubewertung der Beteiligung voraus, die zur Aufdeckung von stillen Reserven in Höhe von 185 Mio. € führte.

Das bereinigte Nettoergebnis (vormals: nachhaltiges Nettoergebnis) ging um 29% auf 545 Mio. € zurück. Neben der deutlich verschlechterten operativen Ertragslage hat dazu auch eine erhöhte Steuerquote beigetragen. Sie dürfte im Jahresabschluss 2015 allerdings deutlich unter dem jetzigen Niveau liegen.

Der Außenumsatz hat sich geringfügig auf 35,4 Mrd. € erhöht (+0,3%).

Deutlicher Rückgang der Nettoschulden wegen des Verkaufs von RWE Dea

Die Nettoschulden des RWE-Konzerns lagen zum 30. September 2015 bei 25,8 Mrd. € und damit deutlich unter dem Stand vom 31. Dezember 2014 (31,0 Mrd. €). Hauptursache dafür ist der Verkauf von RWE Dea, der inklusive Zinsen auf den Verkaufspreis mit 5,3 Mrd. € zu Buche schlug. Hinzu kamen 1,0 Mrd. € aus weiteren Desinvestitionen, so u.a. der Veräußerung der Netzinfrastruktur des neuen Offshore-Windparks Gwynt y Môr und einer Verringerung des Anteils an der tschechischen Tochtergesellschaft RWE Grid Holding. Zudem wirkte sich die Anhebung der Diskontierungssätze für Pensionsrückstellungen als Folge der Entwicklung der Marktzinsen schuldenmindernd aus.

Stromerzeugung um 2% gestiegen

In den ersten drei Quartalen 2015 hat der RWE-Konzern 154,9 Mrd. Kilowattstunden (kWh) Strom produziert, 2% mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zuzuordnen ist das u. a. dem neuen Steinkohlekraftwerk im niederländischen Eemshaven mit einer Kapazität von 1.554 Megawatt (MW), dessen beide Blöcke seit 1. Mai bzw. 1. Juli 2015 im kommerziellen Betrieb sind. Auch der Ausbau der Windkraftkapazitäten und das hohe Windaufkommen trugen zum Anstieg der Stromproduktion bei. Gegenläufig wirkte, dass RWE einige im Fremdeigentum stehende deutsche Steinkohlekraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 2.412 MW nicht mehr nutzt, da die entsprechenden Verträge ausgelaufen sind und nicht verlängert wurden.

Stromabsatz auf Vorjahreshöhe, Gasliefermengen 12% über Vorjahr

In den ersten neun Monaten des Jahres hat der RWE-Konzern 191,8 Mrd. kWh Strom an externe Kunden geliefert, fast exakt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Während der Absatz bei Industrie- und Geschäftskunden u.a. dank erfolgreicher Akquise gestiegen ist, gingen die an deutsche Weiterverteiler gelieferten Mengen zurück.
Der Gasabsatz ist um 12% auf 207,2 Mrd. kWh erhöht. Hier kam zum Tragen, dass die Witterung im Winter und Frühjahr 2015 in allen RWE-Kernmärkten kühler war als ein Jahr zuvor.

Stark rückläufige Investitionen

Die Investitionen des RWE-Konzerns lagen mit 1,9 Mrd. € um 17% unter dem Vorjahresniveau. Stark rückläufig waren die Investitionen im Unternehmensbereich Konventionelle Stromerzeugung, der vor einem Jahr noch schwerpunktmäßig in die beiden neuen Steinkohlekraftwerke im niederländischen Eemshaven und in Hamm investierte. Ebenfalls stark verringert haben sich die Investitionen im Unternehmensbereich Erneuerbare Energien. Sie entfielen u.a. auf die neuen Offshore-Windparks Nordsee Ost (295 MW) und Gwynt y Môr (576 MW).

Mitarbeiterzahl trotz Rationalisierungsmaßnahmen per saldo unverändert

Zum 30. September 2015 beschäftigte RWE 59.777 Mitarbeiter (umgerechnet in Vollzeitstellen) und damit etwa so viel wie zum Jahresende 2014 (59.784 Mitarbeiter). Als Folge von operativen Veränderungen, insbesondere aufgrund von Rationalisierungsmaßnahmen im Unternehmensbereich Konventionelle Stromerzeugung, haben in den ersten neun Monaten per saldo 1.468 Mitarbeiter den Konzern verlassen. Gegenläufig wirkte die erstmalige Vollkonsolidierung der slowakischen VSE-Gruppe, durch die 1.565 Mitarbeiter zusätzlich erfasst wurden. Der im März abgeschlossene Verkauf von RWE Dea hatte 2015 keinen Einfluss auf den Personalbestand, weil die Beschäftigten des Unternehmens bereits seit Mitte 2014 nicht mehr in den Konzernzahlen berücksichtigt wurden.

Ausblick auf Konzernebene unverändert

Die Prognose zum diesjährigen Geschäftsverlauf von RWE, die im März veröffentlicht wurde, wird bestätigt, soweit sie sich auf den RWE-Konzern als ganzen bezieht. Für 2015 erwartet der Konzern unverändert ein EBITDA zwischen 6,1 und 6,4 Mrd. € und ein betriebliches Ergebnis zwischen 3,6 und 3,9 Mrd. €. Auch beim bereinigten Nettoergebnis wird die bislang kommunizierte Bandbreite von 1,1 bis 1,3 Mrd. € voraussichtlich erreicht werden – wenn auch möglicherweise nur knapp.

Quelle: RWE

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