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Steigende Rohstoffpreise und Lieferengpässe setzen Stahl- und Blechindustrie unter Zugzwang

Wachsende Zahl an Anbietern und Abnehmern setzt auf junge Plattformen um Marktschwankungen abzufangen

Die metallverarbeitende Industrie sowie die Stahlhersteller in Deutschland vermelden zunehmend Lieferschwierigkeiten und steigende Kosten durch teilweise stark anziehende Rohstoffpreise. Laut einer aktuellen Umfrage des IBU (Industrieverbande Blechumformung) gibt es mittlerweile Beschaffungsprobleme bei rund 90% der Zulieferer.

Um sowohl die Rohstoff-Versorgung als auch die Verfügbarkeit von Metall-bzw. Blechteilen für die Industrie sicherzustellen, setzen die betroffenen Unternehmen mittlerweile vermehrt auf digitale Plattformen um ihre Beschaffungsprozesse bzw. ihre Lieferketten effizienter und flexibler zu managen. Mit der Stuttgarter Laserhub GmbH sowie der Metalshub GmbH aus Düsseldorf sind seit jeweils rund drei Jahren zwei deutsche Startups hier mit großem Erfolg aktiv und melden stark zunehmend Nutzerzahlen.

„Aufgrund von einer steigenden Nachfrage und einem Angebot, das nicht hinterher kommt, zieht der Rohstoffpreis für einige Legierungen aktuell stark an. Für Rohstoffe wie Mangan, Molybdän, Silizium und weitere Legierungselemente sind die Preise in den vergangenen Monaten teilweise um bis zu 50% gestiegen. Vielerorts wurde zu Beginn der Corona-Krise die Produktion gedrosselt beziehungsweise Kapazitäten heruntergefahren. Nun ist die Nachfrage überraschen schnell gestiegen. Hinzu kommt, dass es Engpässe gibt an leere Container zu kommen und dass die Frachtraten stark angezogen haben“, erklärt Dr. Sebastian Kreft, Vorstand bei Metalshub. „Wenn man sich dann klarmacht, dass bei den europäischen Stahlwerken über 60% der Produktionskosten in den Rohstoffen stecken, werden die Konsequenzen schnell klar.“

Die Folgen des stockenden Rohstoff-Nachschubs, der damit verbundenen wackeligen Lieferketten und steigenden Preisen bekommen unter anderem blechverarbeitende Betriebe und deren Kunden zu spüren. „Die Wirtschaft zieht in einigen Branchen wieder an, die Industrie braucht Metallteile. Die Auftragsbücher füllen sich und trotz andauernder Corona-Lage geht es aufwärts“, berichtet Adrian Raidt, Co-Gründer und Geschäftsführer des jungen Plattform-Startups aus Stuttgart. „Auf der anderen Seite steigen Lieferzeiten und Preise der Rohstoffe. Metalle werden teurer und in der Folge auch die Metallteile.“

Den Rohstoffmarkt hat das Team von Metalshub im Jahr 2017 ins Zeitalter der Digitalisierung befördert. Auf dem Online-Marktplatz erhalten die Anbieter und Nachfrager von Ferrolegierungen und Spezialmetallen zahlreiche Funktionen und Informationen um die Lieferketten in der Industrie flexibler und zugleich robuster sowie transparenter und effizienter zu machen. Speziell seit Mitte/Ende 2020 meldet das Startup aus Düsseldorf stark anziehende Aktivitäten auf der B2B-Plattform.

Eine identische Entwicklung melden die Gründer der Stuttgarter B2B-Plattform Laserhub, die sich an die Anbieter und Nachfrager im Bereich der Metallverarbeitung wendet. Im Kern steht hier das vollautomatisierte Prozess- und Beschaffungsmanagement rund um Laser- und CNC-Teile. “Jetzt spielt unser Geschäftsmodell mit seinem Produktionsnetzwerk seine Stärken aus. Statt auf einen einzelnen Produzenten mit einem Materiallager greifen unsere Kunden über einen Kanal auf dutzende Lager und unterschiedlichste Lieferketten zu.”  

Um auf die Schwankungen zu reagieren, arbeitet Laserhub aktuell verschiedenen Initiativen:

  • Indem Laserhub auf mehrere Lieferketten zugreift, kann die Plattform realistische Preise bieten, die dem aktuellen Marktgeschehen entsprechen. Preisanstiege bleiben so gering wie möglich.
  • Bei der Auswahl der Produzenten achtet Laserhub vermehrt darauf, dass sich vielfältige Wege der Materialbeschaffung gegenseitig ergänzen – direkt vom Stahlhändler, dem Stahlwerk oder dem Stahl-Servicecenter.
  • Kontinuierliche Erweiterung des Produktionsnetzwerks
  • Das Produkt- und Entwicklungsteam hat einige Funktionsverbesserungen in Angriff  genommen, welche aktuelle Entwicklungen direkt adressieren.

Die steigende Nachfrage an allen Fronten beschäftigt die jungen B2B-Plattformanbieter und treibt deren Weiterentwicklung voran. Beide Startups fühlen sich dabei gut für jedwede Marktentwicklung gewappnet. „Natürlich freuen wir uns über die aktuell hohe Nachfrage nach Metallteilen“, so Adrian Raidt. „Aber selbst wenn darauf ein Abschwung folgt, haben die Unternehmen weiterhin Bedürfnisse, die durch eine digitale Plattform besser bedient werden können als durch Prozesse, die auf Telefon und manuelle E-Mails setzen.“

Diese Einschätzung teilt auch Dr. Sebastian Kreft von Metalshub: „Die Bedeutung transparenter und flexibler Lieferketten kann kaum hoch genug eingeschätzt werden. Viele klassische Industriebranchen stehen hier noch ganz am Anfang und ich erwarte in den kommenden Monaten noch eine sehr große Dynamik.“

Über Metalshub

Metalshub mit Hauptsitz in Düsseldorf und weltweiter Präsenz wurde 2016 von Dr. Sebastian Kreft und Dr. Frank Jackel gegründet. Die digitale Plattform wird im Dezember 2017 in Betrieb genommen. Der Marktplatz ist bisher für den Handel von über 20 Metallen und Ferrolegierungen eingerichtet. Seit der Eröffnung wurden über 1.000 rechtlich bindende Verträge über die Plattform geschlossen.

Über Laserhub

Die Laserhub GmbH ist ein B2B-Start-up aus Stuttgart, das eine vertikal integrierte, herstellerübergreifende Beschaffungsplattform für individuelle Metallteile entwickelt hat. Die Laserhub-Plattform deckt dabei Aufträge für die Bereiche Laserschneiden, Biegen, Rohrlaserschneiden und CNC-Drehen ab. Ein Algorithmus verknüpft für den Auftrag die individuellen Wünsche der Kunden mit den Ressourcen der Produzenten aus dem Laserhub-Netzwerk. Laserhub beliefert Kunden aus Deutschland, Österreich und Frankreich. Zu den Kunden gehören sowohl klassische Handwerksbetriebe als auch zahlreiche Mittelständler (KMUs) und etablierte DAX30-Konzerne.

Source: tech2com.de

 

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