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Stuttgart 21: Barbaratag mit Tunnelanschlag gefeiert Featured

v.r.n.l: Christoph Lienhart (Projektleiter), Simone Herrmann (Tunnelpatin) Günther Weilharter (Bauleiter) (Foto: DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH) v.r.n.l: Christoph Lienhart (Projektleiter), Simone Herrmann (Tunnelpatin) Günther Weilharter (Bauleiter) (Foto: DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH)

 

Jede Tunnelbaustelle steht unter dem Schutz der Heiligen Barbara, Schutzpatronin der Mineure und Bergleute. Am heutigen Barbaratag wird auch auf den Tunnelbaustellen des Bahnprojekts Stuttgart–Ulm der Schutzheiligen gedacht.


Insgesamt sind im Bahnprojekt Stuttgart-Ulm rund 82 Prozent der Tunnel vorgetrieben und ausgehoben.

Tunnelanschlagsfeier am Neckarufer

Anders als üblich am Barbaratag, wurde im Tunnel Bad Cannstatt heute gearbeitet: Mit einem symbolischen ersten Baggerbiss wurde der Tunnelvortrieb vom Neckarufer in Bad Cannstatt aus in Richtung Zwischenangriff Ehmannstraße gestartet.

„Der Tunnelvortrieb im Projekt geht gut voran, nun dürfen wir auch hier endlich bauen. Darüber freue ich mich. Glück auf den Mineuren und alles Gute für die Arbeit beim Vortrieb“, sagt Manfred Leger, Vorsitzender der Geschäftsführung der DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH.

Der Tunnel Bad Cannstatt (3.507 m) wird mit zwei Röhren den künftigen Stuttgarter Hauptbahnhof mit den bestehenden Bahnstrecken aus Richtung Bad Cannstatt verbinden. Über 80 % des Tunnels sind schon vorgetrieben, bereits im Oktober 2017 wurde die zweite Röhre des Tunnels am Kriegsberg durchgeschlagen. Direkt an das nun begonnene Stück Tunnel wird die stadtbildprägende Neckarbrücke in Bad Cannstatt anschließen. Der Bau der noch fehlenden 969 m Tunnel in zwei zweigleisigen Röhren soll bis Ende 2019 abgeschlossen sein.

Artenschutz verzögerte Baustart

Für den Bau des Tunnels Bad Cannstatt im Bereich des Rosensteinparks mussten im Februar 2018 sechs Juchtenkäferpotenzialbäume im Flora-Fauna-Habitat-Gebiet des Stuttgarter Rosensteinparks gefällt werden. Um die Juchtenkäferverdachtsbäume im Rosensteinpark fällen zu dürfen, hatte die DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH im August 2015 eine Planänderung beantragen müssen. Die Planänderung war trotz bereits im Januar 2007 ergangenem Planfeststellungsbeschluss, der einer Baugenehmigung entspricht, notwendig geworden, nachdem die europäische Artenschutzrichtlinie in nationales Recht umgesetzt wurde. Im Zuge des Planänderungsverfahrens war schließlich die Zustimmung der EU-Kommission erforderlich, die im Rahmen einer Stellungnahme im Januar 2018 zweieinhalb Jahre nach Beantragung der Planänderung erfolgte. Bei der Fällung im Februar 2018 stellte sich heraus, dass an allen sechs Bäumen keine Juchtenkäferbesiedelung nachgewiesen werden konnte. Lediglich in einem Baum wurden Larven des Rosenkäfers gefunden.

Aktueller Vortriebsstand: Rund 82 Prozent der Tunnel vorgetrieben

Der aktuelle Vortriebsstand beim Projekt Stuttgart 21: 42.758 von 58.810 m und damit rund 73 %. Der aktuelle Vortriebsstand bei der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm: 56.557 von 61.592 m und damit rund 92 %. (Stand: 03.12.2018)

Zahlen, Daten, Fakten zum Tunnel Bad Cannstatt

  • Mit dem Bau des Tunnels wurde 2012 eine Arbeitsgemeinschaft aus den Unternehmen Hochtief (Federführung), Bemo Tunneling und Wayss & Freytag beauftragt. Im Bauumfang eingeschlossen ist der Bau des S-Bahn-Tunnels Rosenstein (1.170 m) zwischen der Neckarbrücke und dem S-Bahn-Halt Mittnachtstraße. Dadurch ergibt sich eine Tunnelbauleistung von rund neun Kilometern mit einem Auftragswert von rund 285 Millionen Euro.
  • Die vorbereitenden Arbeiten für den Tunnel begannen am 16. April 2012. Die Tunneltaufe mit Tunnelpatin Simone Herrmann fand am 21. März 2014 statt. Der Durchschlag in der Oströhre erfolgte am 19. Dezember 2016.
  • Auf den Baustellen der Tunnel nach Bad Cannstatt arbeiten rund 300 Personen.
  • Der Tunnelquerschnitt im Bereich der eingleisigen Tunnelröhren liegt bei rund zehn Metern. Der größte Tunnelquerschnitt mit rund 22 Metern befindet sich in den jeweils zweigleisigen Tunnelbereichen zwischen Hauptbahnhof und dem Verzweigungsbauwerk im Kriegsberg, in dem sich die Bahnstrecken nach Feuerbach und Bad Cannstatt trennen.
  • Im Bereich der eingleisigen Tunnelabschnitte zwischen Nordbahnhofviertel und Rosensteinpark läuft der Innenausbau des Tunnels seit August 2016. Dabei wurden bereits über 2.800 m Tunnelsohle und 1.500 m Gewölbe hergestellt.
  • Im Bereich der zweigleisigen Tunnelabschnitte am Kriegsberg und an der Ehmannstraße hat der Innenausbau des Tunnels ebenfalls begonnen und läuft seit diesem Sommer.

Quelle: DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH

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