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Tempo bei Streckensanierung des deutschen Schienennetzes Featured

Das BMDV treibt das Tempo bei der Streckensanierung weiter voran. Aktuell werden die ersten Korridorsanierungen geplant, damit ab 2024 die Baumaßnahmen beginnen können. Die Zeit bis dahin ist nötig, um gründlich zu planen und ausreichend Umleitungsstrecken zu ertüchtigen, damit der Betrieb verlässlich weiterlaufen kann. Einige Personen- und Güterzüge werden dafür möglicherweise vorübergehend aus dem Fahrplan genommen werden müssen. Aber eben so, dass sich die Fahrgäste und Frachtkunden darauf einstellen können.

Volker Wissing: „Ich habe im Bahn-Fernverkehr eine Herkulesaufgabe übernommen, nämlich ein veraltetes Schienennetz zu modernisieren. Mir war offen gesagt nicht bewusst, in welch schlechtem Zustand das Streckennetz der Bahn ist, als ich mein Amt angetreten habe. Ich kann mich über manches nur wundern, aber nicht rückwirkend regieren. Ich suche Lösungen für die Zukunft."

Die Bahn erlebt eine Renaissance. Es wurden immer mehr Verkehre auf die Schiene verlagert. Die Bürgerinnen und Bürger lieben die Bahn und benutzen sie immer mehr als Reisemittel. Die Bahn hat jedoch in den vergangenen Jahren das Streckennetz nicht ausreichend modernisiert. Dabei geht es nicht nur um neue und zusätzliche Strecken, die wir brauchen. Sondern man muss auch dafür sorgen, dass die vorhandene Infrastruktur zusätzlichen Verkehr aufnehmen kann.

Volker Wissing: „Bei der Modernisierung des Schienennetzes setzen wir künftig auf eine Generalsanierung der besonders stark genutzten Strecken. Bisher hatten wir die Situation, dass immer dann, wenn etwas kaputt war, genau das repariert wurde. Das kann dazu führen, dass in einem Schienenkorridor ständig eine Baustelle ist. Unsere Idee ist es jetzt, diesen Korridor komplett zu sanieren, indem wir einmal alles richten und gleichzeitig modernisieren, indem wir ihn technologisch aufrüsten. Es sollen in diesem Zuge auch wieder mehr Weichen und Signalanlagen in Gegenrichtung verbaut werden. Dadurch wird es im Hochleistungsnetz dann ähnlich wie in Österreich möglich sein, dass Züge näher an eine Baustelle heranfahren können und nicht zu früh auf die Gegenstrecke ausweichen müssen. Auf dem Gegengleis können sie dank Signaltechnik in beide Richtungen dann auch in voller Geschwindigkeit an der Baustelle vorbeifahren. Der Gleisabschnitt ist nach der Baumaßnahme also nicht nur umfassend saniert und damit weniger störanfällig, sondern kann künftige Baustellen auch viel besser ausgleichen. Gleichzeitig führen wir auch noch das digitale Zugsteuerungssystem ETCS ein. Dadurch können wir insgesamt mehr Züge fahren lassen. Auch das brauchen wir dringend. Mir geht es nicht darum, den Ausbau des Schienennetzes hintanzustellen, das wird parallel mit voller Kraft weiterbetrieben. Aber wir müssen auch unser vorhandenes Schienennetz stärken."

Welcher Korridor als erster in Deutschland saniert und modernisiert wird, soll im September bekannt gegeben werden. Die technische Umsetzung ist Sache der Bahn. Das kann nicht politisch entschieden werden. Es muss darum gehen, was am dringendsten und wichtigsten ist und dass gleichzeitig ausreichend Umleitungsstrecken rechtzeitig ertüchtigt werden können. Im BMDV wurde eine Steuerungsgruppe Deutsche Bahn eingerichtet, um diese Maßnahmen eng zu begleiten.

Quelle: BMDV

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