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Stuttgart 21 – Tunnel Bad Cannstatt fertig vorgetrieben

Durchschlag des Tunnels Bad Cannstatt (Foto: Malte Hombergs) Durchschlag des Tunnels Bad Cannstatt (Foto: Malte Hombergs)

 

3,5 km langer Tunnel unter Rosensteinpark durchgeschlagen

Der Bau des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm schreitet voran. Die Deutsche Bahn hat den Vortrieb für den 3,5 km langen Tunnel Bad Cannstatt mit einem Tunneldurchschlag unter dem Rosensteinpark erfolgreich beendet. Mit dem Durchschlag in rund 13 m Tiefe sind von den im gesamten Projekt Stuttgart 21 zu bauenden 59 km Tunnelröhren nahezu 50 km und somit 85 % vorgetrieben.

Die Mineure hatten den Tunnel seit März 2014 von verschiedenen Angriffspunkten aus gegraben und haben den letzten Abschnitt am 17. Februar 2020 mit dem Bagger durchgeschlagen. Dieses Teilstück umfasst eine rund einen Kilometer lange zweigleisige Tunnelröhre und ist vom Rand des Rosensteinparks aus gebaut worden. Damit besteht eine 3,5 km lange Verbindung zwischen dem künftigen Stuttgarter Hauptbahnhof und der stadtbildprägenden neuen Neckarbrücke in Bad Cannstatt.

„Durch den Tunnel Bad Cannstatt fahren die Züge künftig nicht nur in Richtung Nürnberg und Schwäbisch Hall, sondern auch zum Abstellbahnhof in Untertürkheim. So entsteht im Rahmen von Stuttgart 21 ein unterirdischer Schienenring, der einen flexiblen und hochleistungsfähigen Bahnbetrieb ermöglicht. Meine Hochachtung gilt allen Mineuren und Ingenieuren, die diesen anspruchsvollen Tunnelvortrieb nun vollendet haben“, sagte Jens Bergmann, Vorstand Netzplanung und Großprojekte der DB Netz AG.

„Die Mineure und alle Beteiligten können stolz sein, den Vortrieb des Cannstatter Tunnels so gut geschafft zu haben. Das ist eine großartige Leistung und ein wichtiger Meilenstein für dieses für Stuttgart und die Region so wichtige Projekt! Sie tragen damit auch zur Stadtentwicklung der Stadt Stuttgart und zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region bei“, sagte Tunnelpatin Simone Herrmann.

Zwei Röhren im Norden Stuttgarts

Der Tunnel Bad Cannstatt besteht aus zwei Röhren mit einer Länge von jeweils 3.507 m. Als Teil des unterirdischen Schienenrings, der im Rahmen von Stuttgart 21 in der Landeshauptstadt entsteht, bindet der Tunnel den künftigen Stuttgarter Hauptbahnhof an die bestehenden Gleise in Bad Cannstatt und den neuen Abstellbahnhof in Untertürkheim an.

Artenschutz verzögerte Baustart Für den Bau des Tunnels Bad Cannstatt im Bereich des Rosensteinparks mussten im Februar 2018 sechs Bäume, auf denen der streng geschützte Juchtenkäfer vermutet wurde, im Flora-Fauna-Habitat-Gebiet des Stuttgarter Rosensteinparks gefällt werden. Um diese Juchtenkäferverdachtsbäume im Rosensteinpark fällen zu dürfen, hatte die Deutsche Bahn im August 2015 eine Änderung der Pläne beantragen müssen. Dieses Verfahren war trotz bereits im Januar 2007 ergangener Planfeststellung, die einer Baugenehmigung entspricht, notwendig geworden, nachdem die europäische Artenschutzrichtlinie in nationales Recht umgesetzt worden war. Im Zuge des Verfahrens war schließlich die Zustimmung der EU-Kommission erforderlich, die im Januar 2018 erfolgte. Bei der Fällung im Februar 2018 konnte an keinem der sechs Bäume der Juchtenkäfer nachgewiesen werden.

Zahlen, Daten, Fakten zum Tunnel Bad Cannstatt

  • Mit dem Bau des Tunnels wurde 2012 eine Arbeitsgemeinschaft aus den Unternehmen Hochtief (Federführung), Bemo Tunneling und Wayss & Freytag beauftragt. Im Bauumfang eingeschlossen ist der Bau des S-Bahn-Tunnels Rosenstein (1.170 m) zwischen der Neckarbrücke und dem S-Bahn-Halt Mittnachtstraße. Dadurch ergibt sich eine Tunnelbauleistung von rund neun Kilometern mit einem Auftragswert von rund 285 Millionen Euro.
  • Die vorbereitenden Arbeiten für den Tunnel begannen am 16. April 2012. Die Tunneltaufe mit Tunnelpatin Simone Herrmann fand am 21. März 2014 statt. Der Durchschlag unter dem Kriegsberg erfolgte am 19. Dezember 2016. Der Vortrieb für den Tunnelabschnitt unter dem Rosensteinpark begann am 4. Dezember 2018.
  • Auf den Baustellen der Tunnel nach Bad Cannstatt arbeiten rund 150 Personen.
  • Der Tunnelquerschnitt im Bereich der eingleisigen Tunnelröhren liegt bei rund zehn Metern. Der größte Tunnelquerschnitt mit rund 22 m befindet sich in den jeweils zweigleisigen Tunnelbereichen zwischen Hauptbahnhof und dem Verzweigungsbauwerk im Kriegsberg, in dem sich die Bahnstrecken nach Feuerbach und Bad Cannstatt trennen. Im nun durchgeschlagenen Bereich unter dem Rosensteinpark beträgt der Tunnelquerschnitt 18 m.
  • Im Bereich der eingleisigen Tunnelabschnitte zwischen Kriegsberg und Rosensteinpark läuft der Innenausbau des Tunnels seit August 2016. Dabei wurden bereits über 4.600 m Tunnelsohle und rund 3.800 m Gewölbe hergestellt.

Quelle: DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH

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