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VDMA: Mining unverzichtbar für Klimawende Featured

Bergbau unverzichtbar für Klimawende (Foto: Helmut Schgeiner VDMA) Bergbau unverzichtbar für Klimawende (Foto: Helmut Schgeiner VDMA)

 

Die Bergbaumaschinenindustrie in Deutschland rechnet für das Jahr 2020 mit einem Umsatzrückgang von 10 bis 15 %. Die Branche blickt dennoch optimistisch in die Zukunft, denn nur modernste Bergbautechnik wird die für den Klimaschutz und die Digitalisierung benötigten Rohstoffe sicherstellen können.

 

Die Bedeutung der Bergbauindustrie in diesem Kontext und damit der Maschinenhersteller betonte auch der Vorsitzende des VDMA Mining, Dr. Michael Schulte Strathaus, während der Web-Jahrespressekonferenz auf der Zeche Zollverein in Essen. Aufgrund der Pandemie könne zum jetzigen Zeitpunkt zwar niemand voraussagen, wie das Jahr 2021 verlaufen wird, doch Schulte Strathaus ist sicher, dass sich Auftragseingang und Umsatz zukünftig positiv entwickeln. „Wir sorgen dafür, dass Rohstoffe abgebaut und verarbeitet werden können. Die Bergbaumaschinen werden immer umweltfreundlicher und leisten ihren Beitrag zur Klimawende, zum Beispiel durch alternative Antriebe und geringeren Energieverbrauch in den Bergwerken“, bekräftigte er.

Produktion und Umsatz entwickelten sich in den Jahren 2018 und 2019 für die Bergbauunternehmen aus Deutschland sehr gut, wider Erwarten gingen das Neugeschäft und damit der Auftragseingang zum Jahresende 2019 stark zurück. Hinzu kamen Handelskonflikte, die Krise im Nahen Osten und der Brexit, die Ende 2019 die konjunkturellen Sorgen noch überstrahlten. Erwartete die Branche seinerzeit noch eine verhaltene Entwicklung mit allenfalls stagnierenden Umsätzen, setzte die Corona-Pandemie die Bergbauindustrie zusätzlich unter Druck.

Im Laufe des Jahres 2020, geprägt von der Pandemie, gelang es den Unternehmen, die unterbrochenen Lieferketten wieder zu schließen und eine Covid-19-gerechte Produktion zu organisieren. Die Kommunikation mit Kunden im Ausland stellten sie weitgehend auf Web-basierte Verfahren um. Ende des Sommers sendete die Branche sehr unterschiedliche Signale: von nahezu unveränderten Umsatzplänen und -erwartungen bis hin zu einem Umsatzrückgang von 30 % oder mehr. Alles in allem rechnet die Branche für 2020 mit einem Umsatzrückgang von 10 bis 15 Prozent. Der Umsatz wird sich daher zwischen 4 und 4,5 Mrd. Euro stabilisieren.

Zu den größten Exportmärkten gehören weiterhin die EU-Länder, die USA, Russland und China. Australien überraschte in diesem Jahr und schaffte es auf Platz 2 unter den Einzelmärkten, noch vor China und Russland. Mit einem Exportanteil von 96 % sind die Hersteller in Deutschland abhängig vom Auslandsgeschäft.

In der EU ist die Bergbauproduktion in den letzten 20 Jahren stabil geblieben. Im Sommer verkündete die EU-Kommission, sie wolle Europas Versorgung mit kritischen Rohstoffen sichern. Dazu soll die Rohstoffbeschaffung in der EU gestärkt werden.

In den USA sieht Schulte Strathaus den Bergbau vor einem Umbruch stehen. „Mit Joe Biden wird sich das Land der Klimaneutralität verpflichten und große Teile der angekündigten Mittel von rund 2000 Mrd. USD in die Entwicklung sauberer Energietechnologien fließen lassen. Das bringt Chancen für unsere Bergbaumaschinenhersteller in Deutschland. Sie müssen sich allerdings mehr anstrengen, neue Absatzgebiete zu erschließen oder bestehende auszubauen“, erinnerte der Vorsitzende.

Die Lieferungen nach Australien gingen nach einem sehr erfolgreichen Jahr 2019 mit Exporten in Höhe von rund 97 Mio. Euro in den ersten acht Monaten dieses Jahres auf 68,8 Mio. zurück. Schulte Strathaus gab sich zuversichtlich, dass australische Kunden ab 2021 wieder mehr Interesse an Bergbautechnik aus Deutschland haben werden, da die Zurückhaltung beim Aufbau neuer Lieferantenbeziehungen eindeutig auf die derzeitige Coronakrise zurückzuführen sei.

Russland ist derzeit aufgrund der Sanktionen, der politischen Unstimmigkeiten und des schwachen Rubels ein sehr schwieriger Markt. Reisebeschränkungen und die Unsicherheit, dass Lieferungen aus Deutschland jederzeit gestoppt werden könnten, machen die Geschäftsbeziehungen für russische Unternehmen zu riskant.

In China lag der Kohlenbergbau weit vorn an der Spitze der chinesischen Bergbauindustrie. Während sich das Land von der Corona-Pandemie erholt, erzielte der Bergbausektor in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres einen Umsatz von rund 309 Mrd. Euro und einen Gewinn von rund 30 Mrd. Euro. Die Hersteller aus Deutschland konnten davon nicht profitieren. Die Exporte erreichten bis August nur einen Wert von 67,7 Mio. Euro, was einen Rückgang von 45 % bedeutet. Schulte Strathaus sieht dennoch gute Chancen für eine positive Entwicklung, weil China auf Digitalisierung und unbemannten Betrieb in den Bergwerken setze. Hier kann Bergbautechnik aus Deutschland punkten.

Neben aller Technik rückt für die Hersteller von Bergbaumaschinen der gesellschaftliche Nutzen immer mehr in den Fokus. „Wir garantieren mit unseren Maschinen eine klimafreundliche und sichere Versorgung mit Hightech-Rohstoffen, denn ohne sie gibt es keine Energiewende!“, bekräftigte Schulte Strathaus.

Quelle: VDMA Mining

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