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Vorstellung des NLWKN-Jahresberichts: Lies betont führende Rolle des NLWKN bei Anpassung an Klimafolgen in Niedersachsen

Stellten gemeinsam in Norden den Jahresbericht vor (v.l.): Umweltminister Olaf Lies, NLWKN-Direktorin Anne Rickmeyer, Stephanie Gudat (Leiterin Wasserwirtschaft und Strahlenschutz) und Jörn Drosten (Leiter Planung und Bau (Foto: Lippe/NLWKN) Stellten gemeinsam in Norden den Jahresbericht vor (v.l.): Umweltminister Olaf Lies, NLWKN-Direktorin Anne Rickmeyer, Stephanie Gudat (Leiterin Wasserwirtschaft und Strahlenschutz) und Jörn Drosten (Leiter Planung und Bau (Foto: Lippe/NLWKN)

„Die Anpassung an die Klimafolgen ist die größte Herausforderung für Niedersachsens Wasserwirtschaft und Naturschutz“, sagte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies bei der Vorstellung des Jahresberichts des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in der NLWKN-Direktion in Norden.

„Der Klimawandel bestimmt zunehmend unsere Maßnahmen und den Handlungsbedarf im Hochwasserrisikomanagement, an den Küsten, an den Grundwasserkörpern sowie in naturschutzfachlich bedeutenden Bereichen. Zur Umsetzung dieser enorm wichtigen Aufgaben haben wir den NLWKN seit 2017 mit umfangreichen finanziellen Mitteln und Personalstellen ausgestattet.“ „Der NLWKN spielt mit seinen umfangreichen Monitoringaufgaben, Planungs- und Bauprojekten eine sehr wichtige Rolle, um das Land für die Folgen des Klimawandels bestmöglich vorzubereiten“, sagte Anne Rickmeyer, Direktorin des NLWKN. „Das gilt sowohl für die Umsetzung praktischer Maßnahmen, für konzeptionelle und forschende Vorhaben sowie für Maßnahmen zur reinen Datenerhebung.“

Zur Sicherstellung des Insel- und Küstenschutzes zum Beispiel konnte der NLKWN die Anzahl der sogenannten erlösfinanzierten Dauerbeschäftigungen von 136 im Jahr 2017 auf heute 200 erhöhen. Zudem erhielt der Landesbetrieb neben den Küstenschutzmitteln für 2022 in Höhe von mehr als 60 Millionen Euro weitere fünf Millionen Euro zur Beseitigung der aktuellen Sturmflutfolgen auf den Inseln. Die Maßnahmen sind bereits gestartet. Für die Aufgaben in der Fließgewässerentwicklung sowie zur Überprüfung und Aktualisierung der Düngeverordnung konnte der NLWKN für 2022 und zusätzlich ab 2023 insgesamt 13 neue Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen. Im Rahmen des Niedersächsischen Wegs erhielt der NLWKN für die neuen, zusätzlichen Aufgaben bislang etwa 2,5 Millionen Euro sowie die Möglichkeit, 38 neue Mitarbeitende befristet einzustellen – sowohl im Naturschutz als auch in der Wasserwirtschaft. „Wir werden den Landesbetrieb auch weiterhin sowohl finanziell als auch personell stärken, um das Land vor den Folgen des Klimawandels zu schützen“, betont der Niedersächsische Minister.

Höhere und breitere Deiche sowie Modernisierung der Sperrwerke an der Elbe

Im Rahmen des Termins in Norden machten die Experten des NLWKN auf zu erwartende Auswirkungen etwa beim Küsten- und Hochwasserschutz aufmerksam, die schon heute für Planungen berücksichtigt werden. So werden für die etwa 26 km langen Hauptdeiche der Tideelbe oberhalb von Hamburg zukünftig größere Belastungen erwartet. Hauptgrund sind deutlich höhere Wasserstände – als Folge des Klimawandels. Der vom NLWKN bis Jahresende fertig gestellte Rahmenentwurf beschreibt die zukünftig notwendigen Küstenschutzmaßnahmen an den Hauptdeichen von der Landesgrenze zu Hamburg bis zur Staustufe Rönne/Geesthacht inklusive der Sperr-, Siel- und Schöpfwerke. Fazit: Die Deiche müssen in den nächsten Dekaden laut aktuellem Stand stellenweise um bis zu 1,5 m erhöht werden und sind dann fit für die Auswirkungen des Klimawandels. Eine Erhöhung um 1,5 m bedeutet eine 9 m breitere Aufstellfläche des Deichs – nicht einfach in den oft engen Ortslagen. Zusätzlich planen die niedersächsischen Küstenschützer die Niedersächsischen Klimadeiche so, dass künftige Generationen sie um einen weiteren Meter werden erhöhen können.

Aber nicht nur die Deiche an der Elbe macht der NLWKN zukunftsfähig im Hinblick auf die Klimafolgenanpassung, auch massive Bauwerke wie Sperrwerke erhalten eine Frischzellenkur für die steigenden Anforderungen. Ein gutes Beispiel ist das Ilmenau-Sperrwerk, das nach fast 50 Jahren im Einsatz ein neues Betriebsgebäude, neue Tore und auch eine neue Technik erhält. Zurzeit laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Kurz vor der Vollendung und damit im Zeitplan ist der im Sommer 2018 gestartete Neubau der Hadelner Kanalschleuse in Otterndorf. Bei dem Projekt geht es um mehr als einen Ersatz für eine veraltete Schleusenanlage. Der Küstenschutz, die Entwässerung des Binnenlands und der Schleusenbetrieb werden durch das derzeit größte Küstenschutzprojekt des Landes Niedersachsen deutlich verbessert. Im Juli 2022 soll die neue Anlage in Betrieb genommen werden.

Klimamessprogramm und Regionalberichte – Quantität und Qualität des Grundwassers

Die Trockenheit in den Jahren 2018 bis 2020 haben gezeigt, welche Auswirkungen langanhaltende Trockenperioden und ausbleibende Niederschläge auf die Situation und die Entwicklung des Grundwasserstands in Niedersachsen haben. Sie geben zudem einen Eindruck von den möglichen Veränderungen der niedersächsischen Grundwasserstände infolge des fortschreitenden Klimawandels. Um belastbare Aussagen hinsichtlich der Effekte des Klimawandels auf die Entwicklung des niedersächsischen Grundwasserstands zu erhalten, hat der NLWKN ein umfangreiches neues Messprogramm gestartet. Mit dem Programm „Klima-Grundwasserstand“ soll eine Datenbasis geschaffen werden, um weitergehende Analysen hinsichtlich klimawandelbedingter Veränderungen des Grundwasserstands zu ermöglichen. Insbesondere die sich daraus ergebenden Folgen für die Umwelt, Wasser-, Land- und Forstwirtschaft rücken zunehmend in den Fokus. Über eine derzeit in Entwicklung befindliche Webanwendung sollen die Daten der Grundwassermessstellen des Messprogramms vor diesem Hintergrund künftig jederzeit und tagesaktuell abrufbar sein. „Mit der Anwendung wird der NLWKN sein umfangreiches Informationsangebot rund um relevante Umwelt- und Wasserwirtschaftsdaten aus Niedersachsen damit um eine zunehmend wichtiger werdende Komponente erweitern“, betont NLWKN-Direktorin Anne Rickmeyer.

„In unserer täglichen Arbeit stellen wir fest, dass Fragen wie „Steht noch genügend Trinkwasser zur Verfügung?“, „Sind die Grundwasserstände wieder gefallen?“, „Ist das Grundwasser durch Schadstoffe belastet?“ oder „Wie ist die Situation bei mir vor Ort?“ insgesamt verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit rücken“, so Rickmeyer. Der NLWKN erarbeitet daher sogenannte Regionalberichte, um die Grundwassersituation für klar abgegrenzte Regionen allgemein verständlich darstellen zu können. Bisher hat der Landesbetrieb sechs Regionalberichte veröffentlicht. Ziel ist es, Regionalberichte für ganz Niedersachsen zu erstellen.

Klimaschutz und Klimafolgenanpassung mithilfe von EU LIFE-Projekten

Auch Projekte aus dem LIFE-Programm der EU unter der Ägide des NLWKN fokussieren auf den vorbeugenden Klimaschutz durch Moorentwicklung - wie die „Hannoversche Moorgeest“ oder zum Teil auch „GrassBirdHabitats“. Moore sind als selten gewordener Lebensraum gesetzlich geschützt. Dennoch sind nahezu alle Moorschutzgebiete durch Entwässerung stark beeinträchtigt, was große Relevanz für den Klimaschutz hat. Der NLWKN schätzt, dass mit der Wiedervernässung vor allem stark entwässerter Moorböden die Treibhausgasemissionen aus diesen Flächen um 50 bis 75 % reduziert werden können. „Ein Klimaschutzfaktor, der in Zukunft eine sehr große Rolle spielen wird“, unterstreicht Umweltminister Olaf Lies.

In Niedersachsen leitet der NLWKN mehrere große Moorprojekte. Beim „LIFE + Projekt Hannoversche Moorgeest“ sind in zwei der vier Moore erste Erfolge sichtbar. Die Bauzeit ist bis 2027 geplant. Das Projekt „LIFE IP GrassBirdHabitats“ knüpft an das auslaufende LIFE-Projekt „Wiesenvögel“ an. Es umfasst 27 für Wiesenvögel in Niedersachsen bedeutsame Gebiete, darunter eine Reihe von Hoch- und Niedermoorgebieten. Dabei steht auch die flächige Optimierung der Wasserstände im Mittelpunkt, die durch die zunehmenden Trockenperioden immer wichtiger wird.

Das LIFE-Projekt „Atlantische Sandlandschaften“ hat neben der Erhaltung der biologischen Vielfalt auch die Anpassung an die Klimafolgen im Fokus. Aufforstungen, Nährstoffeinträge und Nutzungsänderungen haben die offenen Binnendünen-Lebensräume in Niedersachsen dramatisch schrumpfen lassen. Auch Heidelandschaften und nährstoffarme Stillgewässer sind in ihrem Bestand bedroht und müssen wiederhergestellt werden. In Kooperation mit niedersächsischen Institutionen stellt sich der NLWKN diesem Trend entgegen und bietet gefährdeten Arten wie zum Beispiel dem „Schwimmenden Froschkraut“, das in Niedersachsen als „Stark gefährdet“ auf der Roten Liste steht, den passenden Lebensraum. Die neu entwickelten Lebensräume sind ein wichtiger Beitrag zum Biotopverbund, der eine Ausbreitung von Arten beziehungsweise eine Wiederbesiedlung unter sich verändernden Klimabedingungen unterstützt.

Zum Jahresbericht: hier

Quelle: Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küssten- und Naturschutz



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