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Wirbelstürme mit Milliardenschäden prägen Bilanz der Naturkatastrophen 2019

  • Schwere Taifune in Japan verursachen höchste Schäden des Jahres
  • Hurrikan Dorian, der stärkste Wirbelsturm 2019, verwüstet die Bahamas – US-Festland weitgehend verschont
  • Insgesamt verursachen Naturkatastrophen Schäden von 150 Mrd. US$, rund 52 Mrd. US$ waren versichert – Im Rahmen des langfristigen Durchschnitts
  • Humanitäre Tragödie durch Zyklone in Mosambik – Mehr als 1.000 Tote – Besserer Schutz dringend nötig

Die Naturkatastrophen-Bilanz 2019 im Überblick

820 Naturkatastrophen verursachten Gesamtschäden von 150 Mrd. US$, die damit etwa dem inflationsbereinigten Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre entsprachen. Ein kleinerer Teil als im Vorjahr war versichert: rund 52 Mrd. US$. Das lag unter anderem an dem höheren Anteil von Flutschäden, die auch in Industrieländern seltener versichert sind als Sturmschäden. Der Anteil der versicherten Schäden an den Gesamtschäden von gut 35% entspricht dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre – ein Hinweis auf die immer noch sehr große Versicherungslücke insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern.

Weltweit kamen im vergangenen Jahr rund 9.000 Menschen bei Naturkatastrophen ums Leben (Vorjahr 15.000). Damit bestätigte sich immerhin der Trend zu niedrigeren Opferzahlen durch bessere Vorbeugung. Im Schnitt der vergangenen 30 Jahre starben rechnerisch jedes Jahr rund 52.000 Menschen bei Naturkatastrophen.

Torsten Jeworrek, Mitglieds des Vorstands von Munich Re, kommentiert: „Die schweren Wirbelstürme 2019 haben gezeigt, wie wichtig das Wissen über Risikoveränderungen ist. Natürliche Klimaschwankungen beeinflussen Wetterkatastrophen von Jahr zu Jahr. Längerfristige Auswirkungen des Klimawandels sind aber auch schon spür- und sichtbar. Um den Trend zu steigenden Schäden abzudämpfen, müssen Gebäude und Infrastruktur widerstandsfähiger gemacht werden. Dann kann Versicherung umso besser wirken und die verbleibenden finanziellen Schäden tragen."

Zweites Jahr mit Rekordschäden durch tropische Wirbelstürme in Japan

Japan wurde wie schon 2018 von sehr schweren Taifunen getroffen: Innerhalb von anderthalb Monaten trafen mit Hagibis und Faxai zwei ähnlich starke tropische Wirbelstürme den Großraum Tokio. Während Faxai durch die Tokyo Bay zog und mit Windgeschwindigkeiten von 170 km/h in der Großstadt Chiba auf Land traf, zog Hagibis etwas weiter nordwestlich direkt über den Ballungsraum Yokohama und Tokio hinweg.

Die Besonderheit von Hagibis waren extreme Niederschläge, auch weitab vom Sturmzentrum. Stellenweise fielen innerhalb von zwei Tagen 1.000 Millimeter (1.000 Liter pro Quadratmeter) Regen, vielerorts binnen 24 Stunden 40% des üblichen Jahresniederschlags. An vielen Flüssen brachen Dämme. Sehr viele Gebäude wurden schwer beschädigt, zahlreiche Industriebetriebe überschwemmt.

Die beiden Zyklone waren gemessen an den Gesamt- und den versicherten Schäden die teuersten Naturkatastrophen des Jahres. Nach vorläufigen Schätzungen betrugen die Gesamtschäden durch Hagibis 17 Mrd. US$, davon waren etwa 10 Mrd. US$ versichert. Faxai verursachte geschätzte Gesamtschäden von rund 9 Mrd. US$, wegen des höheren Anteils an stärker versicherten Sturmschäden betrug der versicherte Schaden etwa 7 Mrd. US$.

Die meteorologische Besonderheit der diesjährigen Taifunsaison: Wie im Vorjahr wurde sie von der natürlichen Klimaschwankung „El Niño Modoki“ beeinflusst, einer Schwankung der Wassertemperaturen im tropischen Pazifik. Unter diesen Bedingungen werden Zugbahnen von Taifunen häufiger in Richtung Japan gelenkt. Insgesamt verlief die Taifunsaison im Nordwest-Pazifik gemessen an der Sturmanzahl nahe am langfristigen Durchschnitt.

Ernst Rauch, Chef-Klima- und Geowissenschaftler von Munich Re, sagte: „Die Taifunsaison zeigt, dass wir in unseren Risikobewertungen kurzfristige natürliche Klimaschwankungen ebenso wie langfristige Trends durch den Klimawandel berücksichtigen müssen. Insbesondere häufen sich Wirbelstürme mit extremen Niederschlägen, so wie 2019 Hagibis in Japan oder 2017 Hurrikan Harvey in den USA. Diese Veränderungen zu kennen, kann Grundlage für weitere schadenmindernde Vorsorgemaßnahmen sein.“

Quelle: Munich RE

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