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BGR: Erfolgreiche Probefahrt des Forschungsschiffs Sonne zur Suche mariner Rohstoff-Lagerstätten

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat jetzt auf der Probefahrt des neuen Forschungsschiffes Sonne in der Nordsee erstmals das „Golden Eye“ erfolgreich getestet. Bei dem „Golden Eye“ handelt es sich um ein neues und weltweit einmaliges Multifunktionsmesssystem, das die BGR in Zukunft zur Aufsuchung mariner Massivsulfid-Lagerstätten im deutschen Lizenzgebiet im Indischen Ozean einsetzen wird.

Namensgeber des „Golden Eye“ ist der leuchtend-gelbe aus glasfaserverstärktem Kunststoff gefertigte Geräteträger. Er beherbergt das elektromagnetische Spulensystem, mit dem die Erzvorkommen aufgrund ihrer hohen elektrischen Leitfähigkeit aufgespürt werden können. Die Riesenspule hat einen Durchmesser von 3,5 Metern und ist mit Licht, Kameras und weiterer Sensorik ausgestattet, um den Meeresboden abzusuchen und die Leitfähigkeit der oberen Gesteinsschichten zu messen. Mit dieser Kombination verschiedener Messsysteme können unter dem Meeresboden verborgene Rohstoffvorkommen mit einer hohen Präzision untersucht werden.

Die BGR hatte den Fachbereich Marine Geophysik der Universität Bremen mit der Entwicklung des Spulensystems und die Firma K.U.M. Umwelt- und Meerestechnik GmbH in Kiel mit dem Bau des Geräteträgers beauftragt. „Wir alle waren sehr gespannt, wie sich Golden Eye im Wasser verhält“, so Projektleiterin Dr. Katrin Schwalenberg vom Fachbereich Marine Rohstofferkundung der BGR. „Mit den technischen Möglichkeiten der neuen SONNE ließ sich das Gerät problemlos über das Achterdeck aussetzen und bis an den Meeresboden in eine Tiefe von etwa 250 Metern herunterlassen.“ Auch Dr. Hendrik Müller und Dipl. Ing. Christian Hilgenfeldt von der Universität Bremen, die das Messsystem konzipiert hatten und auf der Ausfahrt vom 23.09.bis 01.10.2014 bedienten, waren mit der Erprobung zufrieden. „Golden Eye“ wurde vor Helgoland, im Skagerarrak und im Devil’s Hole vor Schottland getestet.

Das „elektromagnetische Auge“ soll im Oktober 2015  erstmals im deutschen Lizenzgebiet in 2000 Meter Wassertiefe eingesetzt werden. Es wird auch auf der Open Ship Tour der Sonne vom 13. bis 28. November 2014 in verschiedenen norddeutschen Häfen (Wilhelmshaven, Bremerhaven, Bremen, Hamburg, Warnemünde und Kiel) präsentiert.

Hintergrund Forschungsschiff Sonne

Das 116 Meter lange und 21 Meter breite Forschungsschiff wurde Mitte Juli von Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel in Rostock getauft. Es löst die alte Sonne ab und operiert ab Anfang 2015 in deren bisherigen Einsatzgebieten, dem Indischen und Pazifischen Ozean. Die neue SONNE ist als multidisziplinäres Forschungsschiff für Aufgaben der physikalischen und biologischen Ozeanographie, der marinen Geologie, der Meeres- und Atmosphärenchemie, der marinen Geophysik und der Meteorologie konzipiert und wird auch für Schwerpunktthemen der BGR eingesetzt. Dazu zählen die Erkundungsarbeiten im Zusammenhang mit der deutschen Mangan-Knollen-Lizenz im zentralen Pazifik sowie mit der Lizenz für marine polymetallische Sulfidvererzungen im Indischen Ozean.

Hintergrund Massivsulfid-Vorkommen

Massivsulfide bzw. polymetallische Sulfide sind metallische Rohstoffe. Sie sind an Hydrothermalfelder am Meeresboden geknüpft und enthalten neben hohen Anteilen an Buntmetallen (Blei, Kupfer, Zink) auch Edelmetalle (Gold, Silber) sowie verschiedene Spurenelemente (unter anderem Antimon, Wismut, Germanium, Indium, Kobalt, Nickel, Selen, Tellur). Ein Großteil dieser Elemente wird für die Herstellung von Hochtechnologieprodukten wie Computern, Handys, Fernsehgeräten oder Windkraftanlagen benötigt. Die von der Bundesrepublik Deutschland  beantragte Lizenz zur Erkundung von marinen Rohstoffen (u.a. Massivsulfid-Vorkommen) in einem 10.000 km2 großen Gebiet im Indischen Ozean ist von der Internationalen Meeresbodenbehörde bewilligt.

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