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BGR-Experten starten Expedition zur Suche metallischer Rohstoffe in der Tiefsee

Mit einem eigens entwickelten Sensorschlitten wollen Wissenschaftler der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) im Indischen Ozean metallische Rohstoffe (marine Massivsulfide) am Meeresboden erschnüffeln. Dazu starten die BGR-Experten am 31. Oktober im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) von Mauritius aus zu einer 40-tägigen Schiffsexpedition in das deutsche Lizenzgebiet südlich der Insel Rodriguez.

Bei der Expedition mit dem niederländischen Forschungsschiff PELAGIA konzentrieren sich die Wissenschaftler im 10.000 km2  Quadratkilometer großen Lizenzgebiet auf bisher nicht untersuchte Bereiche des Meeresbodens. „Bei unserer Suche nach marinen metallischen Rohstoffen setzen wir in einer Tiefe von 2400 bis 3500 Meter einen etwa 2 Meter langen Schlitten aus Stahlrohr ein, der mit hochempfindlichen chemo-physikalischen Sensoren ausgestattet ist. Diese Detektoren können bereits in der Wassersäule heiße metallreiche Lösungen quasi erschnüffeln“, erklärt BGR-Fahrtleiter Dr. Ulrich Schwarz-Schampera.  Die Lösungen treten an so genannten „Schwarzen Rauchern“ aus. Das sind aktive heiße Quellen am Meeresboden, in deren Nähe sich auch inaktive Sulfidvorkommen befinden.

Diese inaktiven Bereiche sind das eigentliche Ziel der Forscher. In den erloschenen Feldern ist nicht nur die Bildung der Massivsulfide abgeschlossen, es kommen auch keine Lebensformen mehr vor, die sonst an den aktiven heißen Quellen anzutreffen sind. Dies ist eine zentrale Voraussetzung, um auf Grundlage des internationalen Seerechts später Rohstoffförderung betreiben zu können. Deshalb gehört zur Arbeit der Wissenschaftler auch eine umfangreiche Bestandsaufnahme der Lebewelt im Untersuchungsgebiet. Damit kann Deutschland auch maßgeblich internationale Standards für einen künftig umweltgerechten Abbau dieser Rohstoffe setzen.

Bei bisherigen Forschungsfahrten der BGR wurden bereits vielversprechende Vorkommen von metallreichen Ablagerungen entlang der ozeanischen Spreizungszone identifiziert. Die marinen Massivsulfide können künftig einen wichtigen Beitrag zur Rohstoffversorgung Deutschlands leisten. Sie enthalten neben hohen Anteilen an Buntmetallen (Blei, Kupfer, Zink) auch Edelmetalle (Gold, Silber) sowie verschiedene Spurenelemente (u.a. Antimon, Wismut, Gallium, Indium, Kobalt, Nickel, Selen, Tellur). Ein Großteil dieser Elemente wird für hochtechnologische Anwendungen im Bereich erneuerbarer Energien (u.a. Windkraftanlagen, Photovoltaik) sowie für die Herstellung von Computern, Smartphones oder Fernsehgeräten benötigt.

An der Expedition sind neben der BGR auch das GEOMAR – Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, das Deutsche Zentrum für marine Biodiversitätsforschung in Wilhelmshaven sowie die Universität Hamburg beteiligt.

Quelle: BGR

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