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VDMA: Preisverfall bei Rohstoffen - dennoch: Bergbauzulieferer setzen 2015 auf Wachstum

Der Preisverfall bei Rohstoffen macht den deutschen Bergbaumaschinenherstellern zu schaffen. Für das laufende Jahr wird mit einem kräftigen Umsatzrückgang von 33 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro gerechnet. Die Exporte werden um etwa 34 Prozent auf 3,2 Mrd. Euro fallen und das Inlandsgeschäft wird sich um rund 20 Prozent auf rund 320 Millionen Euro verringern.

„Die Branche hat auf den Umsatzeinbruch reagiert und ihre Produktion gedrosselt“, erklärte Dr. Paul Rheinländer, Vorsitzender der im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) organisierten Bergbaumaschinenhersteller, anlässlich der Jahrespressekonferenz auf der Zeche Zollverein in Essen. „Etwa die Hälfte aller Betriebe lässt mittlerweile kurzarbeiten. Auch Entlassungen konnten nicht vermieden werden“, sagte Rheinländer.

Um die Unternehmen in dieser schwierigen Situation zu unterstützen, habe es bereits mehrere Gespräche, unter anderem mit dem nordrhein-westfälischen Wirtschafts- und Arbeitsministerium sowie den Gewerkschaften, gegeben. „Dass wir, insbesondere vor diesem Hintergrund vom Vorstoß der Bundesumweltministerin Frau Hendricks, Kohleprojekte nicht mehr über Kfw-Kredite zu finanzieren, nichts halten, dürfte sicherlich verständlich sein“, betonte Rheinländer. Als Gründe für den Umsatzrückgang nannte der Vorsitzende Überkapazitäten, Marktverwerfungen und einen Preisverfall auf breiter Front. Seit Anfang 2011 sind die Notierungen für die meisten Rohstoffe teilweise kräftig gefallen. Gerade der für die Bergbaumaschinenhersteller wichtige Kohlesektor ist besonders betroffen. Eine Tonne südafrikanischer Kohle, so Rheinländer, habe im Januar 2011 noch knapp 92 Euro gekostet. Derzeit liege der Preis bei etwas über 50 Euro. Neuinvestitionen würden kaum noch vorgenommen. Gefragt wären praktisch nur noch Ersatzinvestitionen. Allerdings sei die Branche von der Nachfrageentwicklung "nicht wirklich" überrascht worden. Man habe jedoch gehofft, die Rückgänge würden moderater ausfallen.

Bergbauzulieferer setzen 2015 auf Wachstum
Neueste Zahlen für die Auftragseingänge und Signale aus den Firmen deuteten allerdings darauf hin, dass, so Rheinländer weiter, „der Boden in Sicht ist". Die Hersteller hoffen deshalb, dass es ab Mitte kommenden Jahres wieder aufwärts geht und der Umsatz 2015 zumindest gehalten werden kann. Größter ausländischer Absatzmarkt ist in diesem Jahr der Nahe und Mittlere Osten. Mit einem Anteil von 17 Prozent an den Gesamtexporten haben sich die Umsätze dort fast verdoppelt. Auf Platz zwei stehen die USA, gefolgt von Russland, Lateinamerika und China.

Die Lage auf dem Heimatmarkt Deutschland sieht der Vorsitzende neben der allgemeinen Unsicherheit auf den Weltmärkten vor allem durch den Ausstieg aus der Steinkohlenproduktion gekennzeichnet. Der Betreiber der noch vorhandenen Bergwerke, die Ruhrkohle AG,  fahre ihre Investitionen kontinuierlich zurück. Hinzu komme, dass der letzte große Auftrag nicht nach Deutschland, sondern nach China vergeben worden sei. Die Investitionsneigung im Bereich Kali und Salz bewertete er als "eher zurückhaltend".

Bergbaumaschinenproduzenten leiden unter Russlandsanktionen
Zu leiden haben die Bergbaumaschinenhersteller jedoch nicht nur unter Überangebot und Preisverfall. Auch die Russlandsanktionen machen ihnen zu schaffen. Wie Rheinländer erläuterte, hätten sich die dortigen Abnehmer "massiv" nach Fernost, insbesondere China, orientiert. Die Bundesregierung setze die auf EU-Ebene beschlossenen Maßnahmen "wortgetreu bis auf Punkt und Komma in nationales Recht um". Dabei habe es handwerkliche Fehler gegeben, die dazu führten, dass die Exportverbote letztlich viel mehr Güter umfassten als das Sanktionsziel vorgebe. Andere EU-Länder legten die Sanktionen "eher nach dem für sie günstigen Sinn und Zweck" aus. Rheinländer: "Die Sanktionen sind für die Industrie zwar bitter, scheinen aber sinnvoll zu sein. Wir sind gezwungen, der Politik zu folgen."

Branche will Kohleabhängigkeit verringern
Um ihre verhältnismäßig starke Abhängigkeit von der Kohle zu verringern, sind die Hersteller dabei, ihr Angebotsportfolio um Maschinen und Anlagen für die Gewinnung und Verarbeitung von Hartgestein zu erweitern. Die Branche, sagte Rheinländer, sei sich darüber im Klaren, dass die Zukunft den erneuerbaren Energien gehöre. Um aber Windkraftwerke, Solarkollektoren und -zellen oder Biogasanlagen zu bauen, brauche man Erze für die Herstellung von Industriemetallen und diese würden überwiegend im Hartgesteinbergbau gewonnen. Die Unternehmen rechnen damit, dass die entsprechende Nachfrage mittelfristig stark anzieht.

Industrie 4.0 bringt große Chancen
Als nicht nur für die Bergbaumaschinenhersteller, sondern den gesamten deutschen Maschinenbau wichtig, auf Dauer sogar überlebenswichtig, wertete der Vorsitzende Industrie 4.0.

Industrie 4.0 ermögliche eine Produktivitätssteigerung bei gleichzeitiger Minimierung der Personalkosten. Diese Chance müsse "unbedingt" genutzt werden. Nur so könne Deutschland als Hochlohnland im globalen Wettbewerb weiter bestehen.

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